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Schlafen Sie gut

Fast jeder Zweite in Deutschland leidet unter Schlafstörungen. Das könnte an der Matratze liegen. Wie man für sich die richtige findet und worauf man beim Kauf achten sollte

Luxus pur? Das Boxspringbett ist ein Importschlager aus Amerika. FOTO: MÖMAX

Kirsten Niemann

Federkern, Latex, Kaltschaum, Boxspring oder Visko – Matratze ist nicht gleich Matratze. Gäbe es die optimale für alle, dann wäre das längst bekannt. Wichtig ist daher die individuelle Beratung. Denn am Ende entscheiden Schlafposition, Körpergewicht, Temperaturempfinden und Schlafverhalten darüber, was ein Mensch als komfortabel empfindet. Die gute Nachricht ist: Nicht immer bestimmt der Preis über die Qualität. Ein Überblick.

Besonders beliebt ist die Federkernmatratze mit ihren gepolsterten Stahlfedern. Unterschiedliche Drahtstärken und Spannungen gliedern sie in verschiedene Liegezonen. Ein Vorteil ist ihre hohe Stützkraft. Die Federn sorgen für eine gute Belüftung der Matratze. Allerdings speichert sie die Wärme schlecht, sodass Menschen, die leicht frieren, mit einer Federkernmatratze weniger gut beraten sind. Sie gehört zu den härteren Matratzentypen und eignet sich vor allem für Bauch- oder Rückenschläfer. Seitenschläfer stören sich mitunter am harten Untergrund. Die Nachteile: Sie wiegt sehr schwer und lässt sich nicht mit allen Lattenrosten kombinieren.

„Seitenschläfer benötigen eine andere Matratze als Bauchschläfer – und zu zweit hat man wieder ganz andere Ansprüche.“

Seitenschläfer ruhen glücklicher auf einer Kaltschaummatratze. Ihr Kern besteht aus einer Polyurethan-Aufschäumung und ermöglicht das Einsinken von Schulter und Hüfte. Die Wirbelsäule bleibt auf diese Weise gerade und kann über Nacht entspannen. Auch in der Rückenlage behält die Wirbelsäule ihre natürliche S-Form. Früher waren Schaummatratzen oft sehr weich und von schlechter Qualität, dem ist heute nicht mehr so. Meistens verfügen sie sogar über verschiedene Liegezonen für Kopf, Schultern, Becken, Oberschenkel, Waden und Füße.

Bett für zwei mit Gedächtnis

„Matratze mit Gedächtnis“ – so wird die Viskomatratze auch gerne genannt. Sie wird aus einem sogenannten Memory Foam (Gedächtnisschaum) gefertigt, der sich dem Körper optimal anpasst, ohne irgendwo zu drücken. Viskomatratzen sind von Vorteil, wenn sich zwei Menschen ein Bett teilen. Sie übertragen keine Bewegungen: Wenn einer sich im Bett wälzt, bekommt der andere das gar nicht mit. Auch Allergiker kommen gut mit diesem Material zurecht: Der Polyurethan-Schaum bietet Staubmilben keinen attraktiven Lebensraum.

Um das Boxspringbett, der „Kiste mit Federn“ oder Amerikanisches Bett, ist in den vergangenen Jahren ein regelrechter Hype entstanden. Ein Boxspringbett besteht aus drei verschiedenen Elementen: der Box mit dem Federkern (Spring), der Matratze als zweites Federkernelement und der Auflage, dem sogenannten Topper. Es wirkt luxuriös mit seiner extra-dicken Matratze und dem gepolsterten Kopfteil. Beliebt ist es nicht zuletzt – übrigens nicht nur bei Senioren – wegen seiner komfortablen Einstiegshöhe.

Beruhigendes Grün

Pflanzen im Schlafzimmer? An dieser Frage scheiden sich die Geister
Sorgen für einen gesunden Schlaf: Gummibäume (links) filtern so manche Schadstoffe aus der Raumluft. FOTO: ISTOCK / KATARZYNABIALASIEWICZ
Sorgen für einen gesunden Schlaf: Gummibäume (links) filtern so manche Schadstoffe aus der Raumluft. FOTO: ISTOCK / KATARZYNABIALASIEWICZ
Sie verbrauchen Sauerstoff, sagen die einen. Daher seien Pflanzen im Schlafzimmer keine gute Idee. Unsinn, sagen andere. Zumal sie doch Sauerstoff produzieren – wie sollen sie uns dann die Luft zum Atmen rauben? Tatsache ist: Für die Photosynthese benötigen Pflanzen Licht. In der Nacht verbrauchen sie daher selbst Sauerstoff und geben Kohlendioxid ab – die gesamte Tagesbilanz ist dennoch positiv.

Außerdem gilt das nicht für jede Pflanze. Einige Grünpflanzen unterstützen einen gesunden Schlaf. Das pflegeleichte Einblatt verströmt nicht nur einen entspannenden Duft. Es produziert Feuchtigkeit und verbessert so das Raumklima. Der Bogenhanf, den man auch unter dem Namen Schwiegermutterzunge kennt, holt schädliche Stoffe aus der Luft und produziert in der Nacht Sauerstoff. Das gleiche gilt für den Efeu. Das rankende Grün steht in dem Ruf, Schimmelsporen aus der Luft zu filtern. Auch der gute alte Gummibaum wirkt sich positiv aufs Raumklima aus. Seine dicken Blätter absorbieren sogar Schadstoffe aus Wandfarbe und Bodenbelägen. Allerdings sollten Allergiker regelmäßig die Blätter entstauben. (kni)          
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