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„Wenn es leicht wäre, hätte es jeder“

Durch sein Buch „Investment Punk“ wurde Gerald Hörhan bekannt. Ein Gespräch mit dem österreichischen Unternehmer über das Finanzphänomen Smart Passive Income

Gerald Hörhan gibt sein Wissen an der Investment Punk Academy weiter – er selbst studierte an der Harvard University. INSHOT PHOTO VIDEO

Berliner Morgenpost: Herr Hörhan, was versteht man eigentlich unter dem Begriff Smart Passive Income?

Gerald Hörhan: Ganz grundsätzlich versteht man darunter ein Einkommen, das aus den Zinsen beziehungsweise Erträgen des eigenen – selbst aufgebauten – Vermögens entsteht, sofern man intelligent investiert. Die meisten Menschen haben jedoch ein falsches Bild von solch einem passiven Einkommen und glauben, dass man gar nichts mehr tun muss. Das stimmt so natürlich nicht, weil jede Investition überwacht und verwaltet werden muss – und das ist bei einem großen Vermögen nicht so leicht.

Geld durch Mieteinnahmen oder Aktiendividenden zu verdienen ist nicht neu – wieso ist ein passives Einkommen heute für mehr Menschen interessant?

Das hat mehrere Gründe. Einerseits sind Informationen heute öffentlich sehr leicht zugänglich, andererseits haben viele junge Menschen höhere Erwartungen ans Leben. Durch die New Economy ist es heutzutage außerdem extrem einfach, Investitionen zu tätigen. Mit wenigen Klicks kann man eine Aktie kaufen oder verkaufen, ohne dass man auf einen Bankberater angewiesen ist. Das bedeutet, dass die Schwelle für eine Investition niedriger ist. Ebenso gibt es viele digitale Geschäftsmodelle, bei denen man mit Programmierkenntnissen und regelmäßiger Betreuung ein laufendes Einkommen erzielen kann. Vor zehn Jahren war das in dieser Form noch nicht möglich.

Nichts tun, aber das Geld fließt: Ist es wirklich so leicht?

Wenn es leicht wäre, hätte es jeder. Um ein passives Einkommen zu generieren, muss man sich ständig weiterentwickeln und weiterbilden. Viele Menschen glauben, dass eine passive Einkommensquelle über Nacht durch ein kleines Investment entsteht. Das liegt vor allem daran, dass es im Internet viele Betrüger gibt, die das schnelle Geld versprechen. Grundsätzlich kann man sagen, dass der Aufbau eines passiven Einkommens zwar viel Arbeit erfordert, sich aber auf jeden Fall lohnt.

Angenommen, man glaubt an Smart Passive Income, besitzt aber nicht genug Geld, um ein Mietshaus zu erwerben. Welchen Weg zum arbeitenden Vermögen empfehlen Sie in solch einem Fall?

Es führt kein Weg daran vorbei, sich im Bereich Investment weiterzubilden. Es gibt viele Bücher, Youtube-Kanäle und Plattformen, auf denen man sich über das Themainformieren kann. Das ist auch der Grund, aus dem ich die Investment Punk Academy gegründet habe. Ich möchte mein Wissen und das Wissen unserer Dozenten über Geld und Investitionen vermitteln, damit möglichst viele Menschen die Möglichkeit haben, das Hamsterrad der Schulden zu verlassen und in finanzieller Freiheit zu leben. Ein Vermögen aufzubauen funktioniert nur durch Arbeit, entweder als Angestellter, Selbstständiger, Unternehmer oder durch geschickte Handelsgeschäfte. Am schnellsten verdient man heute Geld mit digitalen Geschäftsmodellen. Die Nachfrage und die Opportunitäten sind gewaltig. Mit den richtigen Fähigkeiten in den Bereichen Programmieren, Online-Marketing, Statistik, Data Science, Blockchain und Künstliche Intelligenz kann man sich in kurzer Zeit ein Vermögen aufbauen, das den Ankauf von Zinshäusern ermöglicht. Ob Immobilien– besonders bei den heutigen Preisen – überhaupt attraktiv genug sind, ist dann die einzige Frage, die sich noch stellt. Betongold in guten Lagenwird zwar immer werthaltig sein, aber die größten Vermögenswerte und passiven Einkommensströme sind mittlerweile in der digitalen Welt zu finden. Nicht umsonst ist Jeff Bezosder reichste Mann der Welt.
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