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Themenwelten Berliner Morgenpost
Berlins Top 200

Von Busfahrer bis Banker: Berlin sucht Arbeitskräfte

Wer in Berlin einen Job sucht, hat freie Wahl: Alle Unternehmen suchen Mitarbeiter, die Konkurrenz um die klügsten Köpfe wächst. Diese Branchen bieten die besten Perspektiven

Die landeseigene Berliner Stadtreinigung (BSR) belegt als Arbeitgeber Platz 17 PA/DPA

Verkehr, Gesundheit, Elektrotechnik – aus diesen Branchen kommen die fünf größten Arbeitgeber der Berliner Wirtschaft. Aus dem Verkehrssektor sind es die Deutsche Bahn (Platz 1) und die BVG (Platz 4). Mit der Charité (Platz 2) und den Vivantes-Kliniken (Platz 3) sind zwei Krankenhäuser dabei. Schließlich komplettiert Siemens (Platz 5) das Quintett. Mehr als 80.000 Berliner arbeiten heute bei den Top Five. 1275 neue Stellen sind allein in diesen Unternehmen im vergangenen Jahr entstanden. Und es wird weiter aufgestockt. So haben die Berliner Verkehrsbetriebe vor, 200 neue BVGer einzustellen. Grund: Die Zahl der Fahrgäste steigt von einem Allzeithoch aufs nächste. Auch der Gebäudedienstleister Gegenbauer auf Platz 11 hat einen Stellenaufbau angekündigt (plus 150), ebenso die BSR auf Platz 17 (plus 100). Viele weitere Unternehmen wollen neue Stellen im dreistelligen Bereich schaffen.

Junge Digitale steigen auf

Nach Branchen betrachtet legten Top-200-Unternehmen aus der Automobilindustrie mit 10,5 Prozent beim Beschäftigungsaufbau auffallend kräftig zu. Die Gesundheitswirtschaft kommt auf ein Plus von 3,2 Prozent. Zum Jobmotor ist aber auch längst die Digitalwirtschaft geworden. Sie legte um 9,6 Prozent zu. Zur Wachstumsdynamik tragen die Großen der Branche wie Amazon, Booking.com, Home24 und Idealo Internet ebenso bei wie die vielen jungen Digitalfirmen. Start-up-Primus Zalando verteidigte mit einem Plus von neun Prozent seinen Platz in den Top Ten. 7300 Menschen arbeiten im Hauptquartier und in der Logistik des E-Commerce-Unternehmens.
Die Charité zählt zu den fünf größten Arbeitgebern PA/ROLF KREMMING
Die Charité zählt zu den fünf größten Arbeitgebern PA/ROLF KREMMING
Neu in den Top 200 ist in diesem Jahr Ströer Media: Das Unternehmen hat in den vergangenen Jahren seine Hauptstadtredaktion kontinuierlich auf nunmehr 600 Mitarbeiter ausgebaut (Platz 191) und sucht weitere 100 Mitarbeiter. Auch Höffner ist neu im Ranking, nachdem allein im neuen Megamarkt in Lichtenberg etwa 500 Mitarbeiter beschäftigt werden.

Es gibt allerdings auch Verlierer: Die Banken – mit Ausnahme der DKB – trennten sich erneut von Personal (minus 1,9 Prozent). Dieser Stellenabbau wird aber abgefangen durch das Wachstum aufstrebender Fintechs. Noch sind Start-up-Banken wie Solaris oder N26 noch nicht groß genug, um in die Top 200 einzuziehen. In den nächsten Jahren werden bei den digitalen Finanznewcomern jedoch etwa 2000 neue Stellen in Berlin entstehen. Denn in keiner anderen Stadt entwickeln sich Fintechs mit derartiger Geschwindigkeit: 228 der rund 700 Fintech- Start-ups bundesweit haben ihren Hauptsitz in Berlin. 664 Millionen Euro Wagniskapital flossen hier zwischen 2013 und Herbst 2017 in Finanztechnologieneugründungen.

Dieser Entwicklung trägt auch der Wirtschaftsförderer Berlin Partner mit der Start Alliance Rechnung, einem Programm, das junge Gründer international vernetzt. Im März trafen sich 15 Fintechgründer aus den Partnerstädten Tel Aviv, Warschau, Wien, London und Paris in Berlin. „Wir bringen sie gezielt mit hiesigen Branchenspezialisten zusammen und geben ihnen Einblicke in die Berliner Start-up-Szene und darüber hinaus. Im Idealfall entstehen daraus erfolgreiche Partnerschaften oder die Entscheidung, in Berlin einen Standort zu eröffnen“, erklärt Berlin-Partner-Geschäftsführer Stefan Franzke.
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