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Das liebe Geld

Die Idee ist da, der Businessplan steht – einzig die passende Finanzierung zur Existenzgründung fehlt. Ein Überblick über die verschiedenen Modelle

ISTOCK/CNYTHZL/SOULCLD

Eine gute Geschäftsidee ist nur der erste, kleine Schritt. Der lange und herausfordernde Weg beginnt mit der Umsetzung. Die Finanzierung des potenziellen Geschäfts kann dabei eines der Hauptprobleme darstellen. Dabei gibt es mittlerweile neben der Hausbank eine Vielzahl weiterer Möglichkeiten, an Geld zu kommen. Das sind die wichtigsten Finanzierungsarten:

Crowdfunding

Crowdfunding ist für Gründer besonders in einer sehr frühen Projektphase interessant–wenn zum Beispiel Geld für die Produktentwicklung benötig wird. Dieses Kapital wird von einer großen Anzahl an Geldgebern, der „Crowd“, bereitgestellt, die jeweils nur eine kleine Summe geben. Neben dem finanziellen sollten Gründer auch den Marketingaspekt eines Crowdfunding-Projekts nicht unterschätzen. Ohne großes Budget stellt man auf den jeweiligen Plattformen seine Idee einer großen Öffentlichkeit vor und erhält erstes Feedback. Firmenanteile müssen bei dieser Form der Finanzierung nicht abgegeben werden. Kickstarter, Indiegogo oder Startnext sind bekannte Plattformen für Crowdfunding.

Bootstrapping

Bootstrapping ist die einfachste und unkomplizierteste Form der Finanzierung seines eigenen Start-ups. Hierbei finanziert der Gründer sein Unternehmen mit eigenen Mitteln. Bei dieser Form der Finanzierung wird keinerlei Firmenanteil in fremde Hände abgegeben, die Entscheidungshoheit bleibt vollständig in Gründers Händen. Auch die Kreditwürdigkeit leidet nicht. Jedoch steht der Jungunternehmer hier unter großem unternehmerischen Druck, da mitunter seine wirtschaftliche Existenz vom Erfolg des Start-ups abhängt.
Wer zur Finanzierung des eigenen Unternehmens auf Freunde und Familie setzt, sollte auf eine klare Vertragsgestaltung achten. ISTOCK/GRADYREESE
Wer zur Finanzierung des eigenen Unternehmens auf Freunde und Familie setzt, sollte auf eine klare Vertragsgestaltung achten. ISTOCK/GRADYREESE
Freunde und Familie

Sind die eigenen Ersparnisse begrenzt, denken viele daran, Familie oder Freunde um finanzielle Unterstützung zu bitten. Besonders Gründer, die in ihrem persönlichen Umfeld Personen mit hohem Eigenkapital kennen, sollten über diese Form der Finanzierung nachdenken. Sie bietet in der Regel sehr gute Konditionen, da oftmals auf Zinsen verzichtet wird. Jedoch sollte der emotionale Preis nicht unterschätzt werden. Besonders wenn sich die Idee als nicht gewinnbringend darstellt. Eine klare und ehrliche Vertragsgestaltung sollte hier ein wesentlicher Bestandteil sein.

Fördermittel und -programme

Eine finanzielle Erleichterung, besonders für die ersten Monate der Gründung eines neuen Unternehmens, bieten Fördermittel und -programme des Bundes und der europäischen Union. In den meisten Fällen handelt es sich dabei um Darlehen zu günstigen Konditionen. In einigen Fällen gibt es auch Zuschüsse, die nicht zurückgezahlt werden müssen. Greift ein Gründer zu Fördergeldern, behält er weiterhin die volle Kontrolle über sein Unternehmen. Die bürokratischen Hürden sind jedoch nicht zu unterschätzen – zudem müssen bestimmte Fristen beachtet werden. Eine gute Übersicht über Fördermittel und Informationen bietet das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie unter: www.existenzgruender.de. Ein weiterer Tipp: Das Exist-Gründerstipendium. Dieses Programm unterstützt beispielsweise Absolventinnen und Absolventen, die ihre Gründungsidee realisieren möchten. Das Stipendium beinhaltet finanzielle Unterstützung zur Sicherung des Lebensunterhaltes und für Sachausgaben. Informationen unter: www.exist.de.

Bankkredite

Darlehen von Banken sind der Klassiker der Finanzierungsmöglichkeiten. Jedoch scheuen Banken besonders in der Gründungsphase das Risiko eines Ausfalls des Kredits und wollen nicht nur mit guten Argumenten überzeugt werden. Bei den meisten Banken werden Gründer nur gegen Sicherheiten einen Kredit erhalten, wenn überhaupt. Erhält man für sein Start-up eine Finanzierung, ist dieses dann ein klares Signal in Richtung zukünftiger Investoren. Getreu dem Motto: Wenn bereits eine Bank dem Geschäftsmodell und dem Jungunternehmer vertraut, ist das Risiko gering. Jedoch muss die regelmäßige Tilgung des Kredits in der Unternehmensplanung bedacht werden. Tipp: Neben Banken bietet auch die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfWf) Fördermöglichkeiten in Form von Darlehen für Existenzgründer an.

Business Angel / Venture Capital

Ebenfalls in der Frühphase eines Unternehmens sind sogenannte Business Angels potenzielle geeignete Geldgeber. Business Angels standen früher oftmals selbst als Gründer vor der Frage der richtigen Finanzierung und können aus diesem Grund nicht nur mit Kapital, sondern vor allem auch mit Fachwissen beratend zur Seite stehen. Häufig bringen sie auch ein großes Kontaktnetzwerk mit, das unter Umständen Gold wert sein kann. Für das komplette Leistungspaket erhalten die Business Angels einen Anteil an dem jungen Unternehmen. Weitere Informationen liefert das Business Angels Netzwerk www.business-angels.de. Die Steigerungsform der Business Angels sind Venture Capitalists. Auch sie stehen zusätzlich beratend zur Seite, investieren meist aber größere Summen als Business Angels. Um das Risiko zu minimieren steigen sie oft zu einem späteren Zeitpunkt mit ihrem Investment in ein junges Unternehmen ein.

Inkubator

Inkubatoren sind Institutionen oder Unternehmen, die ein Startup auf vielfältige Weise unterstützen können. Das können finanzielle Mittel sein. Meist unterstützen Inkubatoren jedoch mit Büroinfrastruktur und Räumlichkeiten, die sie zur Verfügung stellen. Unter perfekten Bedingungen sollen sich die Gründer darauf konzentrieren, aufzuwachsen und ihr Produkt und ihre Idee weiterzuentwickeln. Viele Inkubatoren bieten daneben auch Beratungsleistungen an. Als Gegenleistung wird ein bestimmter Anteil am Unternehmen und somit an den zu erwartenden Erträgen abgetreten.
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