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Weihnachten genießen 2018

Letzte Ausfahrt Gutschein

Was soll man jemandem schenken, der schon alles hat? Richtig, einen Gutschein! Doch jeder kennt das: Beim Ausmisten fi ndet man vergessene Exemplare, die längst abgelaufen sind. Vielleicht wollte man sie auch nie wirklich einlösen. Wie macht man es richtig?

Alle Jahre wieder, wenn es nach Lebkuchen riecht und „Last Christmas“ in Dauerschleife läuft, wird man daran erinnert, noch das richtige Weihnachtsgeschenk finden zu müssen. Soll es nun ein Buch, ein Spiel – oder doch ein Gutschein sein? Immerhin haben sich im vergangenen Jahr 59 Prozent der Deutschen entschieden, das Geschenkedilemma auf diesem Weg zu lösen: Der Gutschein war das häufigste Geschenk unterm Weihnachtsbaum und liegt nach einer aktuellen Studie des Bundesverbands Digitale Wirtschaft e. V. mit 48 Prozent auf Platz eins der beliebtesten Geschenke. Und dennoch: Gutscheine gelten vielen nur als eine Art Notlösung. Zu Recht? Das hängt ganz von der Art des Gutscheins sowie dem Beschenkten ab. Wer Gutscheine verschenken will, sollte diese Tipps beachten:

Gemeinsame Zeit und Erlebnisse

Ja! Viele Menschen freuen sich über geschenkte Erlebnisse, wie die Glücksforscher Van Boven und Gilovich herausfanden. Das gemeinsame Erleben eines Konzertes oder einer Reise steigert durch die Erinnerung das Glücksempfinden des Beschenkten nachhaltiger, als Produkte es tun. Im Übrigen: Gleiches gilt für den Schenkenden! Gemeinsame Zeit und unvergessliche Erlebnisse werden so wertvoller als ein neues Gläser-Set. Eine Ausnahme sind die Kinder: Sie wollen am Weihnachtsabend Geschenke auspacken. Doch hier lassen sich Sachwerte mit Erlebnissen kombinieren: Warum nicht mit der gewünschten Plüschgiraffe Lust auf den bevorstehenden Zoobesuch machen?

Nein! Sie befinden sich auf Einkaufs- und Wunschlisten ganz oben, doch sie haben ihre Tücken: Gutscheine werden vergessen! Das größte Geschäft mit den Gutscheinen machen die Einzelhändler. Branchenschätzungen besagen, dass bis zu 40 Prozent der Erlebnisgutscheine nie eingelöst werden. Die Anbieter bekommen ihr Geld, ohne etwas dafür getan zu haben. Wer einen Erlebnisgutschein kauft, sollte deshalb gleich einen Termin für das Event festlegen. Sofern der Termin nicht passt, kann er gegen eine kleine Gebühr verschoben werden.

Selber machen

Ja! Selbst gemachte Gutscheine mögen kindisch wirken, doch wer knapp bei Kasse ist oder ein Talent zu bieten hat, kann der zu beschenkenden Person damit eine sehr persönliche Freude machen – ob Filmabend mit leckerem Dinner, professionelle Verschönerung der eigenen Webseite oder eine Fußmassage in Kombination mit einem Fläschchen Rosenöl. Für die Gestaltung eignen sich selbst bedruckte Karten, die online angefertigt werden können – oder man lässt seiner kreativen Ader freien Lauf. Das Gute: Persönliche Gutscheine haben kein Verfallsdatum und sind das perfekte Lastminute- Geschenk.

Nein! Was kann man noch Minuten vor der Bescherung besorgen? Natürlich, den Gutschein! Er ist fix ausgedruckt, sagt aber auch: „Ich hatte keine Ahnung, was ich schenken soll.“ Last-minute-Gutscheine aus dem Internet – womöglich noch mit Kaufdatum versehen – wirken schnell lieblos und wenig kreativ. Dabei können sie gelungene Geschenke sein, wenn man es richtig macht: Wichtig ist, dass man dem Gutschein nicht ansieht, dass er erst kurz vor Schluss gekauft wurde. Außerdem sollte er auf den Beschenkten zugeschnitten sein und von einer persönlichen Weihnachtskarte begleitet werden.

Auf Vielseitigkeit setzen

Ja! Wer einen Einkaufsgutschein verschenken will, sollte beachten, dass es zwar persönlicher ist, dem zu Beschenkenden diesen für sein Lieblingsgeschäft zu kaufen, doch sinnvoller, auf Vielseitigkeit zu setzen. Gutscheine für Shoppingcenter können unterschiedliche Wünsche erfüllen. Gutscheine, die zielgerichtet für ein spezielles Geschäft sind, werden häufig nicht eingelöst, da der Beschenkte nichts im Sortiment findet. Ladengebundene Gutscheine sollte nur schenken, wer sich ganz sicher ist, dass der Empfänger speziell in diesem Shop kauft.

Nein! Wer einen Gutschein verschenkt, muss beachten, dass dieser in der Regel nur drei Jahre gültig ist. Zudem unterliegen Gutscheine häufig weiteren Beschränkungen. So können Spar-Gutscheine von Groupon & Co. oft nur zu besonderen Zeiten oder nach Verfügbarkeit eingelöst werden. Wer einen Gutschein kauft, sollte sich zuvor genau über die Konditionen informieren. Schließlich möchte man dem Beschenkten eine Freude machen und nicht für Enttäuschung sorgen.

Gut zu wissen

Wie lange ist ein Gutschein gültig?

Die Einlösung kann befristet sein. Für unbefristete Gutscheine gilt eine dreijährige Verjährungsfrist.

Kann ich mir einen Gutschein auszahlen lassen?

Dazu ist der Händler nicht verpflichtet. Es klappt eher, wenn die im Gutschein spezifizierte Ware nicht mehr im Angebot ist.

Kann ich den Gutschein schrittweise einlösen?

Ja – sofern dies für den Händler zumutbar ist und keinen Verlust bedeutet. Und wenn der Laden pleite ist? Dann hat man Pech gehabt: Der einzige Anspruch besteht über den Insolvenzverwalter.
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