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Weihnachten genießen 2018

Genuß mit Schluß

Heiße Kandidaten: Punsch, Glühwein & Co. überraschen jetzt mit neuen Aromen

FOTOS: ISTOCKPHOTO / SVETIKD / YULKAPOPKOVA / ANNA PUSTYNNIKOVA / JULIA_SUDNITSKAYA

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Bald öffnen die Hütten auf den Weihnachtsmärkten wieder ihre Klappläden. An den Giebeln hängen dann hölzerne Schilder und preisen Glühwein oder den Retroklassiker Feuerzangenbowle – verwirrenderweise handelt es sich eigentlich um einen Punsch – an. Aber auch trendige Neulinge wie Hot Cider oder Cranberrypunsch sind mit von der Partie, wenn alkoholische Heißgetränke während der kalten Jahreszeit wieder in aller Munde sind.

Insbesondere wenn es auf dem heimischen Herd vor sich hin dampft, sind der Experimentierfreude mit Gewürzen, Kräutern, Früchten, Säften, Kaffee, Tees und Weinen kaum Grenzen gesetzt. Moderne Punschvarianten, etwa auf Kürbisbasis, verfeinert man zum Beispiel mit Muskatnuss oder Vanille. Fruchtige Geschmacksrichtungen wie Rooibos wiederum vertragen sich gut mit frischem Rosmarin. Wer lieber einen klassischen Glühwein ansetzen möchte, sollte zu einem fruchtigen, säurearmen Rotwein mit wenigen Tanninen greifen, beispielsweise einem Zweigelt oder einem Merlot. Nur zu minderwertig sollte die Grundzutat nicht sein. „Punsch und Glühwein sollte man aber keinesfalls zum Kochen bringen, sondern nur erhitzen und dann direkt frisch genießen“, rät Linda Tenbensel von der Obstkelterei van Nahmen im niederrheinischen Hamminkeln. Denn schon bei 78 Grad beginnt Alkohol zu verdampfen. Zieht das Gemisch zu lang (30 Minuten sind ideal), geben die Gewürze bittere Aromen ab. „Achten Sie immer auf ein angenehmes Spiel von Süße und Säure“, ergänzt Tenbensel.
Genuß mit Schluß Image 1
Hausgemacht oder nicht, im Winter trägt fast jeder Becherinhalt einen eigenen Namen. Allgemein unterscheidet man grob zwischen Glühweinen, die seit der Antike auf Weinen basieren und mit Früchten, Zucker und Gewürzen wie Zimt und Kardamom versetzt werden, und dem Punsch. Letzterer bezeichnet Heißgetränke, die mit einem hochprozentigen Schuss veredelt werden, und stammt ursprünglich aus Indien. Das Wort Punsch bedeutet in Hindi fünf und steht für die traditionellen Zutaten: Arrak, eine Spirituose aus Palmensaft, Tee, Gewürze, Zucker und Zitrone. Verzichtet man auf den Alkohol und mischt heißen Saft hinzu, wird daraus der sogenannte Kinderpunsch – der jedoch nicht nur für Kinder gedacht ist.

Denn selbst ein Glühwein ohne Schuss steigt mit einem Alkoholgehalt von 7 bis 14,5 Prozent schnell in den Kopf und ärgert – auch dank seines hohen Zuckergehalts – später häufig mit Kopfweh. Und wirklich wärmend sind Glühwein und Grog ohnehin nicht. Im Gegenteil: Sie erweitern die Gefäße und man kühlt schneller aus. Immerhin: Auf Weihnachtsmärkten gibt es statt billigen Fusels immer häufiger regionale Produkte, etwa aus Most oder Streuobstsäften, mit weniger Zucker. Darüber hinaus wächst das Angebot an Winzerglühweinen und Bioqualität. Vorm Kater am nächsten Morgen schützt das allerdings auch nur, wenn man nicht zu viel davon trinkt.

Heißer Birnen-Glühmost mit Zimt
(für ca. 1 Liter Glühmost)

Fruchtig
Fruchtig
Zutaten

1 Bio-Orange
1 Bio-Zitrone
1 Zimtstange
frischer Ingwer (ca. 5 cm)
5 Nelken (getrocknet)
1 l Birnenmost
10 EL Zucker
1 Birne

Zubereitung

Jeweils die Hälfte der Orangen- und Zitronenschale abreiben, danach beide auspressen und alles in einem Topf erwärmen. Ingwer in Streifen schneiden, Zimtstange und Nelken dazugeben. Den Birnenmost dazu gießen, je nach Geschmack mit Zucker süßen. Alles bei 50 Grad ca. 20 Minuten lang ziehen lassen. Den Glühmost durch ein feines Sieb abseihen und alle Gewürze entfernen. Danach den Glühmost zurück in den Topf geben und auf 80 Grad erwärmen. Die Birne waschen und in dünne Scheiben schneiden. Birnenscheiben in Gläser geben und mit Glühmost aufgießen.

Gebutterter Rum-Kürbispunsch
(für ca. 1 Liter Punsch)

Cremig
Cremig
Zutaten

½ Hokkaidokürbis (ca. 600 g)
150 ml Apfelsaft
120 g Zucker
½ TL Nelken (gemahlen)
2 TL Zimt
1 TL Muskatnuss (gerieben)
frischer Ingwer (ca. 2 cm)
50 g ungesalzene Butter
100 g brauner Zucker, Salz
300 ml Brauner Rum
50 g Schlagsahne

Zubereitung

Den Kürbis halbieren, entkernen, klein schneiden und im vorgeheizten Ofen bei 200 Grad (180 Grad Umluft) auf einem Backblech ca. 40 Min. backen. Apfelsaft, Zucker, Nelken, Zimt, Muskatnuss und Ingwer mit dem Kürbis in einem Mixer zu Brei verarbeiten und in einem Topf bei mittlerer Hitze 30 Min. einkochen. Kürbismasse mit Butter, braunem Zucker und einer Prise Salz mixen. Je 2 EL der Kürbismasse in ein Glas füllen, 5 cl Rum hinzufügen und mit heißem Wasser aufgießen. Den Punsch mit geschlagener Sahne garnieren.

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