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Themenwelten Berliner Morgenpost
Berlins Top 200

Top drei Arbeitgeber der Berliner Wirtschaft: Deutsche Bahn, Charité & Vivantes

In der Hauptstadt steigern die Unternehmen nach wie vor die Zahl ihrer Mitarbeiter kräftig. Die wichtigsten Arbeitgeber kommen aus Mobilität, Dienstleistung und Gesundheit, aber auch die Digitalwirtschaft wird immer wichtiger in Berlin. Die Industrie dagegen schwächelt

Platz 1: Die Deutsche Bahn ist Top-Arbeitgeber in Berlin und steigerte die Zahl der Mitarbeiter im vergangenen Jahr auf 21.620. FOTO: KARNIZZ / GETTY IMAGES

Michael Gneuss 

Die Analyse des jährlich in der „Berliner Morgenpost“ erscheinenden Top-200-Rankings zeigt, was die wirtschaftliche Stärke der Hauptstadt und ihres Umlandes ausmacht. So kommen die wichtigsten Arbeitgeber aus den Sektoren Mobilität, Gesundheit, Einzelhandel, Technologie und Dienstleistungen. Unternehmen aus der Digitalwirtschaft nehmen immer prominentere Plätze in der Tabelle ein.

Die Top drei Arbeitgeber der Berliner Wirtschaft sind nach wie vor die Deutsche Bahn, die ihre Belegschaft 2018 um 4,1 Prozent auf 21.620 aufgestockt hat. Auf Platz zwei und drei stehen das Universitätsklinikum Charité mit 18.010 Mitarbeiten (plus 2,8 Prozent) sowie das Vivantes-Netzwerk für Gesundheit mit 16.679 Beschäftigten (plus 3,4 Prozent). Die weiteren Unternehmen aus den Top 10 sind Rewe, BVG, Siemens, Daimler, Deutsche Post DHL, Edeka sowie die Deutsche Telekom.

Platz 2: Das Universitätsklinikum Charité hatte 2018 insgesamt 18.010 Beschäftigte, ein Plus von 2,8 Prozent zu 2017. FOTO: SVEN PIPER / GETTY IMAGES
Platz 2: Das Universitätsklinikum Charité hatte 2018 insgesamt 18.010 Beschäftigte, ein Plus von 2,8 Prozent zu 2017. FOTO: SVEN PIPER / GETTY IMAGES
Digitalwirtschaft wächst stark

Unter den Firmen, die 2018 am stärksten die Mitarbeiterzahl aufstockten, stechen vor allem Unternehmen aus der Digitalwirtschaft heraus. So legte die Auto1 Group um 35,1 Prozent auf 913 Angestellte zu. Delivery Hero steigerte die Beschäftigtenzahl um 31 Prozent auf 1378. Amazon stockte um 21,7 Prozent auf 2800 Mitarbeiter auf. Die Idealo Internet GmbH beziffert ihr Personal auf 828 (plus 12,5 Prozent). Auch SAP wird in der Hauptstadtregion immer präsenter: Mittlerweile bietet der Walldorfer Softwarekonzern 1100 Jobs in Berlin und Umland (plus 10,0 Prozent).

Stark gewachsen sind auch die Callcenterbetreiber Arvato (plus 28,0 Prozent auf 1498 Mitarbeiter) und Sykes (plus 19,5 Prozent auf 915) sowie Stadler Pankow (plus 25,9 Prozent auf 1360) und Berliner Glas (plus 25,3 auf 892).

Die hohe Nachfrage nach Fachkräften kommt aus nahezu allen Branchen und ist längst nicht mehr beschränkt auf hoch qualifizierte Talente. Christian Amsinck, Hauptgeschäftsführer der Unternehmensverbände Berlin-Brandenburg (UVB) nennt die Gesundheitswirtschaft, den Bausektor, das Hotel- und Gaststättengewerbe und die IT, die derzeit ganz besonders stark nach neuen Mitarbeitern suchen.
Platz 3: Der Gesundheitssektor boomt, also auch das Vivantes-Netzwerk mit jetzt 16.679 Mitarbeitern. FOTO: SILAS STEIN / DPA
Platz 3: Der Gesundheitssektor boomt, also auch das Vivantes-Netzwerk mit jetzt 16.679 Mitarbeitern. FOTO: SILAS STEIN / DPA
Unternehmen rechnen mit Aufwärtstrend

Die Industrie leidet indes unter dem schwächeren Export und den Unsicherheiten, die aus den diversen Konflikten im Welthandel und dem Brexit resultieren. „Rund 60 Prozent dessen, was in der Stadt produziert wird, ist für den Export bestimmt“, erklärt Amsinck. Daher kann sich auch die Hauptstadt von diesem Trend nicht abkoppeln. Allerdings hat Berlin auch jenseits der Industrie starke Standbeine: Wohnungsbau, Handel, Tourismus und Dienstleistungen sind in Berlin auf einem guten Weg und stützen die Konjunktur in der Hauptstadt. Die Berliner Unternehmen rechnen laut Amsinck nicht mit einer lang anhaltenden konjunkturellen Schwäche. Für 2020 wird allgemein wieder mit einer Aufwärtstendenz gerechnet. Arbeitsplatzabbau hält der UVB daher für unwahrscheinlich. „Die Beschäftigung wird vorgehalten, um nach der Konjunkturdelle wieder wachsen zu können“, meint Amsinck.

Wer weiter nach Fachkräften sucht, hat es nach seiner Ansicht in Berlin noch etwas einfacher als beispielsweise die Firmen im Süden der Republik, wo der Arbeitsmarkt leergefegt ist. „Berlin hat noch Reserven“, sagt Amsinck. Er spricht daher auch lediglich von einem partiellen Fachkräftemangel in der Hauptstadt. Dabei hilft auch der Zuzug aus anderen EU-Ländern. „Die Menschen drängen derzeit in Metropolen wie Berlin“, sagt Amsinck.

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