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Themenwelten Berliner Morgenpost
Pyronale 2018

So funktioniert der Wettbewerb

Sechs Teams treten gegeneinander an. Das Feuerwerk eines Teams dauert etwa 15 Minuten. Los geht es mit dem Pflichtteil, der zunächst ohne Musik mit der Farbvorgabe Grün/Gold und dann zur Musik von Steve Last choreografiert wird. Darauf folgt die Kür zu einer vom Team gewählten Klassik-Komposition. Der Einlass beginnt an beiden Tagen um 18.30 Uhr. Der Wettbewerb startet um 20.45 Uhr. Das Publikum wählt den Tagessieger mittels Telefonvoting. Nachdem am Sonnabend die Fach- und Kreativjury die Leistungen der Teams bewertet hat, erfolgt die Bekanntgabe des Gesamtsiegers.

Super Power (Polen)

Das polnische Familienunternehmen konnte 2016 die Gunst des Publikums für sich gewinnen SUPER POWER
Das polnische Familienunternehmen konnte 2016 die Gunst des Publikums für sich gewinnen SUPER POWER
So funktioniert der Wettbewerb Image 2
Das Team aus Polen wird am Freitag den Wettkampf eröffnen. Qualifiziert hat sich Super Power unter anderem deshalb, weil es bei der Pyronale 2016 zum Publikumsliebling gewählt wurde. Die 1984 gegründete Firma aus Warschau ist bereits in dritter Generation in Familienhand und verfügt daher über jede Menge Erfahrungen. Die zahlreichen internationalen Preise, mit denen sie ausgezeichnet wurde, belegen das. Angefangen hat allerdings alles mit der Produktion von Feuerwerkskörpern.

Seit 2005 tritt das Team regelmäßig bei bedeutenden nationalen wie auch internationalen Festivals auf. Unter anderem beim „First International Pyrotechnic Festival“ in Kaliningrad (Russland) 2016, wo sie den 3. Platz errangen. Beim Pyrotechnik-Festival in Görlitz erkämpften sie sich den zweiten Platz. 2012 erreichten sie bei einem internationalen Festival in Plzno (Tschechien) den zweiten Platz und den dritten Platz erreichten sie 2016 bei der Weltmeisterschaft des Feuerwerks in Selenogradsk (Russland).

Zur Pyronale reist Super Power mit zehn Leuten an, das ist die Hälfte aller Mitarbeiter. „Wir sind stolz darauf, unser Land auf so einem prestigeträchtigen Event wie der Pyronale vertreten zu dürfen, zwischen den anderen Teams aus aller Welt“, sagt Agnes von Super Power. Sie hofft, dass dieses Fest für großartige Impressionen sorgt und ihre eigenen Erfahrungen und Ideen letztlich dadurch auch bereichert.

„Andere professionelle Feuerwerker zu treffen, Erfahrungen auszutauschen und technische Probleme zu diskutieren, wird großartig“, sagt die Fachfrau für Import-Export. „Wir haben spezielle Effekte designt und produziert, die hoffentlich die Zuschauer erfreuen und überraschen werden – und vielleicht auch die Jury“, sagt Agnes schmunzelnd. Sie ist zuversichtlich, dass ihre über Wochen dauernden Vorbereitungen auch von allen Seiten honoriert werden. Schließlich haben sie bei der Produktion ihrer Show drei Aspekte besonders in den Fokus gerückt: hohe Qualität der Produkte, unterschiedlichste Effekte und natürlich den Sicherheitsaspekt. „Wir wollen unsere Erfahrungen und unsere Liebe zum Feuerwerk zeigen, genauso wie die Leidenschaft, die wir, glauben wir, alle in uns tragen“, sagt Agnes abschließend. (sip)

Martarello Group (Italien)

Das italienische Team startet am Freitag an zweiter Position MARTARELLO GROUP
Das italienische Team startet am Freitag an zweiter Position MARTARELLO GROUP
So funktioniert der Wettbewerb Image 3
Antike Aquädukte, schmucke Barockstädte, majestätische Renaissance-Kirchen: Italien ist das Land der Traditionen. Das wird einmal mehr mit Blick auf das dort ansässige Pyrotechnik-Unternehmen Martarello Group deutlich, eines der führenden Unternehmen im Bereich der italienischen Pyrotechnik. Das Team wurde im vergangenen Jahr auf der Pyronale zum Publikumssieger gekürt.

Die Martarello Group war bereits in den wichtigsten europäischen Städten zu Gast. Darüber hinaus wird die Firma regelmäßig zu Festivals in Asien und Nordamerika eingeladen. Ihr Geheimnis des Erfolgs liegt nicht nur in der Qualität und der Professionalität begründet, sondern auch in der Leidenschaft – denn ohne sie wäre Feuerwerk nur ein mechanischer Akt frei von Magie.

„Innovation in Fireworks“ heißt passend dazu auch das Motto des Unternehmens. Ihre Kompetenz stellten die Italiener gerade erst bei den International Fireworks Competitions im vietnamesischen Da Nang unter Beweis, wo sie alle anderen internationalen Teams aus dem Rennen warfen und den Fluss Han, an dessen Ufern der Wettbewerb stattfand, in alle Farben des Regenbogens hüllten. Das innere Feuer dürfte auch bei der Pyronale brennen. Dort will die Martarello Group an ihre bisherigen Erfolge anknüpfen und einmal mehr zeigen: Tradition ist wichtig, Innovation aber auch. Die Martarello Group kann beides.

Die Geschichte des Unternehmens ist etwas Besonderes. Am Ende des Ersten Weltkrieges kehrte Giovanni, der Gründer von Martarello, nach Hause zurück. Er hatte jahrelang in einer Munitionsfabrik in Parma gearbeitet. Er wollte nicht mehr für andere schuften, sondern sich einen lang gehegten Traum erfüllen: die handgefertigte Produktion von Feuerwerkskörpern. 1921 war es so weit, er gründete seine Firma in Arquà Polesine bei Rovigo. Sein Sohn Coriolano, ein Musiker, trat später in die Fußstapfen des Vaters. Coriolanos Sohn Ermes wiederum ist der heutige Besitzer der Martarello Group. Als sein Vater starb, führte zuerst die Mutter die Firma weiter. Noch heute erinnern sich die älteren Einheimischen daran, wie sie auf den Dorfplatz fuhr, ihr Auto voller Feuerwerkskörper und ihre fünf Kinder immer im Schlepptau. Geschichten wie diese, über Mut und Belastbarkeit Einzelner, über Entschlossenheit und Optimismus, sorgen oftmals für enge Bindungen. So ist die Martarello Group mit den Menschen ihrer Heimat eng verbunden. Dafür spricht auch, dass der Hauptsitz der Firma sich noch immer dort befindet, wo sie 1921 gegründet wurde.

Mit den Jahren ist aus der kleinen Produktion handgefertigter Feuerwerkskörper eine große Produktionsstätte geworden. Das Werk umfasst eine Fläche von fast 200.000 Quadratmetern, auf denen Werkstätten und Lagerhallen untergebracht sind. Damit macht sie fast ein Prozent der dortigen Gemeindefläche aus.

Die Martarello Group greift auf hoch qualifizierte und technisch erfahrene Mitarbeiter für die Realisierung von pyrotechnischen Displays zurück. So hat das Team ein System entwickelt, das heute weltweit zur Erzeugung von Feuerwerk mit Musik genutzt wird – Soundtracks und Feuerwerkskörper werden mithilfe dieses Systems miteinander synchronisiert. Farben und Töne werden so kombiniert, dass großartige Bilder am Himmel entstehen – Bilder zum Träumen. (sip)


Potsdamer Feuerwerk (Deutschland)

Das Team ist für zahlreiche deutsche Großevents verantwortlich AGENTUR BAGANZ
Das Team ist für zahlreiche deutsche Großevents verantwortlich AGENTUR BAGANZ
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Bekannt für ihre kreativen und modernen Pyro-Musicals hat es das Team Potsdamer Feuerwerk – 2015 bereits mit dem Publikumsaward ausgezeichnet – ein zweites Mal an den Start der Pyronale geschafft. Vielen ist die Firma zudem von der Potsdamer Schlössernacht, vom Bürgerfest des Bundespräsidenten oder auch vom Hamburger Hafengeburtstag bereits ein Begriff.

Die Firma mit 35 Mitarbeitern gestaltet und inszeniert seit mehr als 25 Jahren Höhen-, Barock-, Indoor- und Bühnenfeuerwerke sowie Lasershowkonzepte und pyrotechnische Spezialeffekte auf höchstem Niveau. Farben und Formen perfekt zu arrangieren und auf musikalische Klänge abzustimmen, bezeichnet sie als ihre Spezialdisziplin. „Wir freuen uns sehr über die Einladung zur Pyronale. Ich bin überzeugt, dass das Team alles daran setzen wird, eine exzellente Leistung abzuliefern und Deutschland würdig zu vertreten. Ich kann versprechen: Am 12. Oktober, dem ersten Wettbewerbsabend, können sich die Besucher auf etwas ganz Besonderes freuen“, sagt Firmenchef Björn Wilhelm und deutet eine fulminante Feuerwerkskür an. Was es genau sein wird, darüber bewahrt er noch Stillschweigen. Er selbst, sagt er mit einem Augenzwinkern, habe es nicht in das zehnköpfige Pyronale-Team geschafft. Das lag allerdings weniger an fachlicher Kompetenz als an einer Termindoppelung: Er ist am selben Tag Projektleiter bei der Taufe des neuen Kreuzfahrtschiffes AIDAnova. Zwei Mega-Projekte an einem Tag.

Die Firma gehört noch zu den jüngeren im Wettbewerb. Erst 1990 gegründet, hat sie sich inzwischen zu einem der größten Anbieter in Sachen Pyrotechnik in Deutschland entwickelt. Ihr Creative Director Thomas Schenkluhn gilt als einer der kreativsten Pyro-Designer Deutschlands. Der gebürtige Berliner, Jahrgang 1973, hatte von Kindesbeinen an eine Schwäche für Feuerwerke. Seine Passion zum Beruf zu machen, hat er allerdings dem Zufall zu verdanken. Als Kunde von Nico-Europe, dem Schwesterunternehmen der Potsdamer Feuerwerk GmbH, bot ihm das Unternehmen die Gelegenheit, bei einem Feuerwerk selbst mitzuwirken. Diese Chance hat er sich nicht zweimal bieten lassen. Unmittelbar danach fing er eine Ausbildung zum Pyrotechniker an. Im Rekordtempo, nach nur einem Jahr, brachte er 2005 die Ausbildung erfolgreich zum Abschluss. Bereits im September 2007 stieg der ehrgeizige Mitarbeiter zum Produktionsleiter für die Pyro-Events auf. In dieser Funktion ist er für den reibungslosen Ablauf von Großprojekten, Showkonzeptionierung, Showplanung, Wareneinkauf und Personalplanung verantwortlich.

Sein oberstes Ziel ist es dabei stets, dem Publikum eine perfekte Show zu bieten. Pyrotechniker zu sein betrachtet er nicht nur als Beruf, sondern vielmehr als Teil seines Lebens, den er auch schon international auf Events in Macao, Vietnam und Singapur unter Beweis stellen konnte. (sip)

Heron Fireworks (Niederlande)

Das niederländische Team eröffnet den zweiten Festivaltag HERON FIREWORKS
Das niederländische Team eröffnet den zweiten Festivaltag HERON FIREWORKS
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Als Jugendlicher hat er sich überhaupt nicht für Feuerwerk interessiert. Hayo Wolff konnte nicht verstehen, dass Menschen zu Silvester Geld für Knallkörper ausgaben. Seine Firma war ursprünglich auf Lasershows spezialisiert, die tanzenden Lichtstrahlen waren seine Welt. Eine Kundenanfrage vor zweieinhalb Jahrzehnten änderte alles. Da wollte jemand ganz naiv wissen, ob Hayo Wolff nicht auch ein Feuerwerk machen könnte. Und der junge Firmenchef sagte ebenso naiv zu. Er hatte noch nie Raketen in die Luft geschossen, aber er nahm die Herausforderung an. Das Thema packte ihn, und die Show lief so gut, dass sich die Firma mehr und mehr auf Feuerwerk verlegte. „Nun leben wir schon lange davon, wer hätte das gedacht?“ meint der Gründer und Leiter der Firma Heron Fireworks. Mittlerweile ist es die größte ausführende Feuerwerksfirma der Niederlande.

Bei der Pyronale vor vier Jahren wurden die Niederländer zum Publikumsliebling gewählt und belegten den dritten Platz in der Jurywertung. Hayo Wolff findet es am wichtigsten, dass seine Shows dem Publikum gefallen. Er denkt immer an die Zuschauer, wenn er sein Feuerwerk kreiert. Trotzdem findet er es reizvoll, von einer Fachjury bewertet zu werden: „Sie sehen alles. Bei einer Fehlfarbe oder wenn der Winkel nicht ganz stimmt, gibt es sofort Punktabzug. Mal sehen, ob wir uns in diesem Jahr nicht noch verbessern können.“ So oft nimmt er gar nicht an Wettbewerben teil. Die Pyronale nennt er aber eine „megatolle Veranstaltung“, gut fürs Prestige. Besonders gefällt ihm, dass er dabei mit den anderen Teams aus aller Welt ins Gespräch kommt.

Für die Pyronale kommen bei ihm nur die besten Spezialeffekte zum Einsatz. „Wir suchen nach solchen, die stehen bleiben und dabei helle, intensive Farben ausstrahlen“, sagt der Heron- Chef. „Wir bauen außerdem selbst Effekte für den Wettbewerb.“

Mittlerweile schießt Wolff seine Feuerwerke in Frankreich, Deutschland, Dänemark und den Niederlanden ab. Er freut sich, dass er jetzt regelmäßig in Berlin zu tun hat, seit er im vergangenen Jahr die Firma PyroArt in Pankow übernommen hat. Vor Silvester will er wieder einen großen Werksverkauf machen. Heron Fireworks ist nicht nur auf professionelle Feuerwerkshows spezialisiert, sondern auch auf die Produktion, den Import und die Lagerung von Feuerwerk. Seit 2005 produziert das Unternehmen in China ein eigenes Konsumentenfeuerwerk. In Italien stellt es eigene Spezialeffekte her. 22 Bunker braucht die Firma inzwischen, um ihr Feuerwerk zu lagern.

Herons Großfeuerwerk ist immer wieder gefragt. Bei der Kirmes in Hoorn und „Emmerich im Lichterglanz“ begeisterte das Team weit über 50.000 Menschen. Nach der Pyronale bereitet Hayo Wolff sich auf das nächste Spezialevent vor: eine Mega-Show zur Nationalfeier in Amsterdam. (MH)

Orion Art (Russland)

Orion Art wollen endlich Sightseeing in Berlin machen ORION ART
Orion Art wollen endlich Sightseeing in Berlin machen ORION ART
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„Wenn wir arbeiten, haben wir überhaupt keine Zeit, uns etwas anzusehen“, sagt Vyacheslav Mashchenko, der leitende Pyrotechniker von Orion Art, mit Bedauern in der Stimme. Das Team geht am Sonnabend als zweites an den Start. „Zwei Tage Vorbereitung, dann die Show, und schon geht es wieder nach Hause.“ Zweimal war er schon bei der Pyronale in Berlin, viele freundliche Menschen hat er hier kennengelernt, aber er hat noch nicht eine einzige Sehenswürdigkeit erlebt. 2011 hat sein Team Bronze und den Publikumspreis gewonnen, 2014 hat es für Silber gereicht.

Die Firma Orion Art ist in Russland die Nummer eins, wenn es um große Feuerwerke, Multimedia- und Lasershows geht. Das Unternehmen wurde 1993 gegründet und hat heute sechs Abteilungen, die alles vom Design bis zur Ausführung der Produktionsfelder umfassen. „Wir brauchen gute Musik, einen großen Platz und hochwertiges Material. Dann kann es losgehen“, meint Vyacheslav Mashchenko. Schon als Kind war er von den Feuerbildern am Himmel begeistert. Nie wollte er etwas anderes werden als Feuerwerker. Seit 19 Jahren arbeitet er bei Orion Art. Viel hat er in der Zeit erlebt.

Die russischen Pyrotechniker reisen mit Militärflugzeugen, Eisenbahnen oder Lastwagen, um an ihr Ziel zu kommen. Sie zünden ihr Feuerwerk in den größten Metropolen, aber auch bei einer Forschungsstation in der Arktis, an der französischen Côte d’Azur und in einer Bergschlucht in Tadschikistan. Sie haben ihre Shows bei Frost von minus 30 Grad und in der Hitze von 40 Grad gezeigt. Unterwegs leben die Feuerwerker in Fünf-Sterne-Hotels oder in Hostels. Sie haben schon alles gefeiert, ein Dschingis-Khan-Jubiläum ebenso wie die Geburt eines Elefanten. Manchmal verbringen sie ein halbes Jahr auf Tour, dann gibt es wieder einen Einsatz, der nur zehn Sekunden dauert.

Mit seinem Team war der leitende Pyrotechniker von Orion Art schon in Monaco, Ungarn und auf den Philippinen unterwegs. Die meisten Shows gestalten die Feuerwerker aber in Russland. Hier sind sie an den großen staatlichen Festlichkeiten beteiligt. Nicht selten haben sie ein Publikum von mehr als 500.000 Menschen. Wladimir Putin und Dmitri Medwedew haben schon oft ihr Feuerwerk gesehen. Immer wieder wird es im Fernsehen übertragen. Der Moskauer Staatsuniversität haben sie ein neues Gewand aus farbigem Licht übergezogen. Auf dem Roten Platz sind sie fast schon Stammgäste. Zum 65. Jahrestag des Endes des 2. Weltkriegs haben sie eine große Multimediashow vor dem Kreml gestaltet. Mit Schattenspielen arbeiteten sie beim „Circle of Light“-Festival.

Die Teams von Orion Art sind immer gut beschäftigt. Einen Monat vor der Pyronale hat Moskau den „Tag der Stadt“ zelebriert. Jedes Jahr gestalten die Pyrotechniker dafür das krönende Abschlussfeuerwerk. Doch erst einmal konzentriert sich Vyacheslav Mashchenko auf die Pyronale. Bald rollen die speziell gesicherten Lastwagen mit den Explosivstoffen wieder von Moskau nach Berlin. Vielleicht klappt es diesmal sogar mit ein wenig Freizeit und den Berliner Sehenswürdigkeiten. (MH)

Apogée (Kanada)

Apogée sind bereits zum dritten Mal dabei APOGÉE
Apogée sind bereits zum dritten Mal dabei APOGÉE
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Die Pyronale 2008 wird Alain Carbonneau nie vergessen. Kein Wettbewerb hat in seinem Leben eine größere Rolle gespielt. Dabei hat seine kanadische Firma Apogée zwischen Südkorea, Schanghai und Frankreich an vielen Wettbewerben teilgenommen. 2001 gründete Carbonneau sein Unternehmen und es lief recht schwerfällig in den ersten Jahren. „Wir waren nicht bekannt, hatten keine Erfahrung, also haben die Kunden uns nicht vertraut. Wir mussten um jeden Vertrag kämpfen“, erinnert er sich.

Die Wende kam mit der Teilnahme an der Berliner Pyronale. Carbonneaus Team landete nicht nur auf dem ersten Platz, es räumte zusätzlich auch noch den Publikumspreis ab. Im selben Jahr gewann Apogée noch einen Preis bei einem französischen Wettbewerb. Für die junge Firma aus Quebec war das der Durchbruch. „Auf einmal hatten wir einen großen Boom, die Trophäen haben uns sehr geholfen“, meint er. Apogée bedeutet Zenit, und da war er endlich angekommen.

2012 gastierte er noch einmal bei der Pyronale und belegte den dritten Platz. Carbonneau nennt die Pyronale „eine der bestorganisierten Veranstaltungen, die ich auf der ganzen Welt erlebt habe“. Außerdem liebt er Berlin. Abgesehen von seiner Heimatstadt Montreal gibt es keinen anderen Ort, an dem er sich so zu Hause fühlt. „Das liegt daran, dass die Leute in dieser multikulturellen Stadt so offen sind“, überlegt er. „Auch als Ausländer kommt man sich vor wie ein Teil der Bevölkerung, man fühlt sich einfach willkommen.“

An der diesjährigen Show der Publikumslieblinge teilzunehmen, ist ihm eine besonders große Ehre. „Natürlich wollen wir den Wettbewerb gewinnen, aber das ist längst nicht alles“, verrät Alain Carbonneau. „Noch wichtiger ist es uns, das Publikum zu begeistern. Dann ist es für uns ein Erfolg.“ Mit seinem Feuerwerk möchte er große Emotionen wecken, das ist sein erklärtes Ziel.

Mehr als 100 Feuerwerke schießen die kanadischen Pyrotechniker jedes Jahr in den Himmel. Die meisten Shows produziert Apogée in Kanada. Aber auch in Brasilien, Mexiko, Kuwait und Italien war das Team schon unterwegs. Die Pyronale empfindet Carbonneau als etwas Besonderes, nicht nur, weil es der besondere Ort ist, an dem seine Karriere Fahrt aufgenommen hat. Auch das Reglement ist für ihn eine spezielle Herausforderung. „Es gibt keinen anderen Ort auf der Welt mit diesen Anforderungen“, erklärt Alain Carbonneau euphorisch. „Das macht es für uns besonders aufregend.“ (MH)
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