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Jobmesse Berlin 2017

Der erste Tag im neuen Job

Eine gute Vorbereitung, offene Augen und Ohren sowie Gelassenheit machen den Einstieg leichter

Bitte recht freundlich: Ein neuer Mitarbeiter stellt sich seinen Kolleginnen vor PA /CHRISTIN KLOSE

Queraufstieg Berlin
Orizon GmbH
Die Schulzeit ist vorbei und damit auch die Zeit, in der man sich zurücklehnen und den Lehrer reden lassen konnte. Mit dem Start in den Job ist man selbst gefragt. Beim Chef und bei den Kollegen will man einen guten Eindruck hinterlassen und drohende Fettnäpfchen möglichst vermeiden. Auf den ersten Arbeitstag – sei es im Ausbildungsbetrieb oder auf dem ersten Arbeitsmarkt – fühlen sich Absolventen von der Schule aber meist nicht ausreichend vorbereitet.

Wir haben mit zwei Experten darüber gesprochen, wie man den Start in den neuen Job erfolgreich gestaltet. Marie Christine Carrillo begann vor über zehn Jahren eine Ausbildung zur Kauffrau im Gesundheitswesen. Was die Hochschulabsolventin mit einem Master-Abschluss in Business Administration und Gründerin eines Hamburger Verlags dabei neben Fachwissen und Methodenkompetenz lernte, betraf vor allem die inoffiziellen Spielregeln am Arbeitsplatz. Erfahrungen, die sie im kommenden Jahr in einem Ratgeber veröffentlichen will. Christian Warneke, Professor für Wirtschaftspsychologie an der Euro-FH, war in unterschiedlichen Branchen tätig und hat zahlreiche Personalauswahlgespräche geführt. Hier die Tipps der Experten.

Was zieh ich an?
„Es ist schwer, den ersten Eindruck zu korrigieren“, betont Christian Warneke. Daher sollte man gut vorbereitet in den ersten Tag starten. Dazu sollte man sich vorher im Unternehmen genau umschauen, zum Beispiel beim Bewerbungsgespräch. Das ist eine gute Gelegenheit, etwas über die Unternehmenskultur des Betriebs herauszufinden. Wie ist der Umgangston? Duzen sich die Kollegen? Welcher Kleidungsstil ist gefragt? „Ich habe mir damals wahnsinnig viele Gedanken gemacht, was ich anziehen könnte. Man will ja ordentlich aussehen, aber nicht überkandidelt“, so Carrillo, die sich im Sommer für eine schwarze Hose und eine eher förmliche Bluse entschied. Grundsätzlich gilt für den ersten Tag: Lieber etwas zu schick als zu nachlässig, die Kleidung sollte in jedem Fall ordentlich sein. Wer den Einstieg geschafft hat, kann sich am Kleidungsstil der Kollegen orientieren.

Selbstdarstellung üben
„In der Regel wird man ja am ersten Tag herumgeführt und soll sich dann kurz vorstellen. Da macht es keinen guten Eindruck, wenn man sich etwas zurechtstottert“, sagt Carrillo. Daher sollte man sich vorbereiten: Was kann ich kurz und knapp über mich sagen, was macht mich aus, und warum habe ich mich für die Ausbildung entschieden? Auch sollte man sich für die neue Umgebung interessieren. „Das fängt damit an, sich die Namen der Kollegen zu merken und auf dem Gang freundlich zu grüßen“, so Warneke.

„Es ist schwer, den ersten Eindruck zu korrigieren“

Christian Warneke, Wirtschaftspsychologe Euro-FH

„Never lunch alone!“
„Das gemeinsame Mittagessen ist gerade am Anfang wichtig, dabei lernt man die Menschen hinter den Kollegen kennen“, so Carrillo. Eigeninitiative sei immer gut, also ruhig mal die Kollegen fragen, ob sie mit in die Kantine kommen. „Nur nicht aufdringlich werden.“

Nicht zu privat werden
„Ich habe tatsächlich schon erlebt, dass neue Kollegen schon am zweiten Tag von ihren Beziehungsproblemen erzählt haben“, berichtet Carrillo. Was dabei vergessen werde: Es sind und bleiben in erster Linie Kollegen, die meisten wollen und werden nicht unsere Freunde werden. Zudem können allzu private Informationen auch immer gegen einen verwendet werden.

Nicht persönlich nehmen
„In der Regel sind alle nett zu einem, aber wenn man gerade eine besonders stressige Woche erwischt, kann der Ton auch mal rauer werden“, erzählt Marie Carrillo. Als sie in ihrer ersten Woche für eine Anfrage in eine andere Abteilung geschickt wurde, ging sie davon aus, dass die Kollegin sie noch aus der Vorstellungsrunde kannte. Dies war aber nicht der Fall: „Ich wurde total angeblafft, wer ich denn sei und was ich mir herausnehme.“ Ihr Fazit: sich lieber einmal mehr vorstellen und nachfragen!

Probleme analysieren
Sollten sich doch gleich zu Beginn die Schwierigkeiten häufen, gilt es, das Problem sachlich einzugrenzen, so Warneke. Liegt es an der Struktur, einer einzelnen Person oder den Inhalten? Im Austausch mit Freunden oder Kollegen bekommt man Sicherheit in der Bewertung der Situation und kann damit beim Betriebsrat oder dem Vorgesetzten vorstellig werden.

Bundesamt für Verfassungsschutz
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