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Themenwelten Berliner Morgenpost
Karriere: Ausbildung & Studium 2019

„Ich habe keine große Konkurrenz“

Robert Hantzsch ist Personal Assistant. Die Dienstleistung ist in Berlin noch wenig bekannt. Sein Geschäft läuft 

Robert Hantzsch ist seit einem Jahr als Personal Assistant in Berlin unterwegs. Besonders oft buchen ihn Amerikaner. FOTO: SVEN LAMBERT

VON CHRISTINE PERSITZKY 

„Ich bin ein Dienstleistungsmensch, das ist genau mein Ding“, sagt Robert Hantzsch. „Es macht mir Spaß, Aufträge zu erledigen.“ Der 36-Jährige ist Personal Assistant. Als solcher arbeitet er die To-do-Listen seiner Auftraggeber ab. Eine zuverlässige Reinigungskraft finden? Belege für die Abrechnung sortieren? Robert Hantzsch übernimmt das. Er sucht auch einen Fußballverein für den Nachwuchs, beauftragt Handwerker oder besorgt Blumen für die Schwiegermutter. Hantzsch erledigt alles,was seine Auftraggeber lästig und anstrengend finden oder wozu ihnen die Zeit fehlt.

Begonnen hat seine Leidenschaft für die Dienstleistungsbranche mit einer Ausbildung zum Hotelfachmann. Er absolvierte sie in einem Radisson-Hotel in Dresden. Danach arbeitete Robert Hantzsch ein Jahr lang am Empfang des Burj Al Arab in Dubai, einem der luxuriösesten und teuersten Hotels der Welt. Frisch von der Ausbildung in ein multikulturelles Team im Luxushotel mit entsprechender Gästeklientel: Dabei habe er viel gelernt, erinnert sich Hantzsch. „Das war eine sehr gute Zeit.“

Bachelorabschluss in Tourismusmanagement

Weniger gut gefiel ihm das Leben drumherum: „Dubai, das ist eine ganz andere Kultur“, erzählt er. Es sei sehr heiß gewesen, überall gab es Baustellen. „Wir hatte eine Sechstagewoche und immer nur einen Tag frei. Gewohnt haben wir in Sammelunterkünften.“ Hantzsch kehrte nach Deutschland zurück, in ein Fünf-Sterne-Hotel in Leipzig, machte seinen Bachelorabschluss im Fach Tourismusmanagement (s. Info). Über Kontakte aus einem Praxisprojekt im letzten Studiensemester landete er in Berlin, wo er einen Service für prominente oder reiche Fluggäste (VIPs) mit aufbaute, zunächst für den Flughafen BER in Schönefeld. Als es dort nicht mehrweiterging, wechselte er mit derselben Aufgabe nach Tegel.

Parallel hatte Hantzsch bereits Ideen für eine Selbstständigkeit im Kopf. Er schrieb einen Businessplan und startete neben seinem festen Job einen Concierge-Service für exklusive Kunden: „Das war eine gute Verbindung zum VIP-Service, auch von der Klientel her“, erzählt er. Den Promis und Wichtigen bot er nun seine Unterstützung auch außerhalb des Flughafens an.

Es lief gut – und wurde ihm irgendwann zu viel: „Vollzeitjob und Familie und Geschäft – drei Sachen gleichzeitig, das geht halt nicht“, sagt Hantzsch. „Ein Bereich musste weg.“ Er gab seinen sicheren Job am Flughafen auf und startete vor einem knappen Jahr mit abgewandeltem Konzept sein Business neu: „Für einen Luxus-Concierge-Service ist Berlin nicht die richtige Stadt.“ Also änderte er Zielgruppe und Angebot, Kundenansprache, Webseite und Preissystem.

Die Auftraggeber für seinen Personal-Assistant-Service sind nun überwiegend Menschen, die viel arbeiten, 50, 60 Stunden pro Woche. Darunter seien viele Start-up-Gründer und Jungunternehmer, erzählt Hantzsch. Natürlich könnten die ihre Hemden selbst in die Reinigung bringen oder sich in die Telefonwarteschleife ihrer Arztpraxis hängen. Doch sie wollen ihre Zeit für andere Dinge nutzen und bezahlen lieber ihren Personal Assistant dafür.

Robert Hantzsch hat sich noch eine zweite Kundengruppe erschlossen. Das sind Auftraggeber, denen Orts- oder Sprachkenntnisse fehlen, oder beispielsweise das Wissen, wie man sich in Berlin einen Kitaplatz organisiert. Viele ausländische Berufstätige, vor allem Amerikaner, würden auf ihn bauen, sagt der 36-Jährige. In den USA sei diese Art von Dienstleistung gang und gäbe: „Da muss ich nichts erklären. Da wird gebucht, und los geht’s.“

Durch seine Dienstleistung hat Hantzsch Einblick in die Privatsphäre seiner Kunden. Bis sie ihn in ihre Wohnungen lassen, ihm Zugang zu privaten Informationen gewähren, dauert es ein bisschen: „Es ist für mich auch erst mal eine Hürde, das Eis zu brechen und eine Vertrauensbasis aufzubauen“, so Hantzsch.

Für seinen Job brauche er diplomatisches Geschick und Menschenkenntnis, erklärt der Personal Assistant. Jeder Kunde sei schließlich ein bisschen anders. „Das ist die Herausforderung“, sagt er. „Man muss sich auf jeden einstellen.“ Weitere Fähigkeiten, die zum Jobprofil gehören, sind laut Hantzsch Flexibilität, Organisationstalent und gesunder Menschenverstand. „Man muss ein Händchen dafür haben.“

Kunden kaufen vorab ein Kontingent an Zeit

Bezahlt wird der persönliche Assistent nach Aufwand. Der Auftraggeber kauft ein Stundenpaket, von dem Hantzsch dann die jeweils benötigte Zeit abbucht. Geht das bezahlte Kontingent zur Neige, informiert er den Kunden per E-Mail darüber. Dieser erhält einen Bericht über die erledigten Aufgaben und die benötigte Zeit.

Sein Kundenstamm ist schnell gewachsen, viele Auftraggeber seien bereits zu Stammkunden geworden. Besonders von seinen amerikanischen Auftraggebern werde er oft weiterempfohlen, sagt Hantzsch. Generell ist seine Art der Dienstleistung in Berlin aber noch wenig bekannt.Das habe Vor- und Nachteile, findet der 36-Jährige. Nachteilig ist, dass die Akquise neuer Kunden nicht einfach sei, sagt Hantzsch. „Der Vorteil: Ich habe keine große Konkurrenz.“

Im Moment sei er zu 70 bis 80 Prozent ausgelastet, sagt Robert Hantzsch. Im laufenden Jahr will er sich weiter steigern. Bei Routinearbeiten wird er immer schneller. Besonderen Spaß macht ihm aber, dass ständig neue Aufgaben an ihn herangetragen werden. „Man bekommt Einblicke in viele Sachen. Man lernt so viel kennen – das ist das Spannende an dem Job.“

Tourismusmanagement 

In Berlin haben Interessierte mehrere Möglichkeiten, Tourismusmanagement zu studieren. So bietet die SRH Hochschule das Bachelorprogramm Internationales Tourismus- und Eventmanagement an. Es kann auch dual absolviert werden.

An der Hochschule Fresenius heißt das Bachelorprogramm Tourismus-, Hotel- und Eventmanagement. Dort gibt es auch das Masterstudium International Tourism & Event Management.

Darüber hinaus wird das Thema Tourismus an weiteren Hochschulen im Rahmen von Wirtschaftsstudiengängen behandelt, zum Beispiel an der IUBH Internationale Hochschule und an der Hochschule für Wirtschaft, Technik und Kultur (HWTK).

Probleme lösen mit Brainstorming

Wenn der Prozess stockt, nach guten Fragen statt Antworten suchen
Brainstorming ist eine populäre Methode, um Lösungen für Probleme zu sammeln oder um auf neue Ideen zu kommen. Dabei werfen die Teilnehmer in der Regel ungefiltert ihre Einfälle und Anregungen zu einem Thema in die Runde. Meist wird einer damit beauftragt, das Ganze zu moderieren und die Geistesblitze der Gruppe aufzuschreiben.

Doch manchmal rauchen die Köpfe, das Ideensammeln gerät ins Stocken. In so einer Situation kann man den Fokus auf gute Fragen statt auf Antworten legen, sagt Hal Gregersen, Buchautor und Führungskräfte-Coach, in der Zeitschrift „Harvard Business Manager“. Dadurch könnte die Runde scheinbar unumstößliche Grundannahmen auf den Prüfstand stellen. Neue Perspektiven und kreatives Denken würden so möglich und gefördert.

Nicht jede Frage birgt dasselbe Lösungspotenzial. Gregersen: „Fragen sind am produktivsten, wenn sie offen statt geschlossen, kurz statt lang und einfach statt komplex sind.“ Zudem rät er, zwischen einfachen Fragen, die nur Wissen abklopfen, und anspruchsvollen Fragen, die Kreativität verlangen, zu wechseln. Das fördere bahnbrechende Erkenntnisse zutage, glaubt der Coach. Hinderlich ist dagegen eine Kultur der Angst, wenn Teilnehmer Fragen aggressiv stellen, versuchen, andere bloßzustellen, oder Ideen unfair anzweifeln. dpa

An der Uni wird vor allem gemailt, nicht getextet

Schnell eine Nachricht per Messenger oder über die sozialen Netzwerke schicken: Studierende nutzen diese Kommunikationskanäle oft. Doch wenn sie mit ihrem Professor oder anderen Mitarbeitern der Hochschule Informationen austauschen wollen, sollten sie auf anderen Wegen Kontakt aufnehmen.

„Es mag der Facebook- und Whats-App-Generation komisch vorkommen, aber an der Uni wird schriftlich hauptsächlich per E-Mail kommuniziert“, sagt Stefan Grob vom Deutschen Studentenwerk. Er rät Studierenden darum, regelmäßig ihr Postfach zu überprüfen und beim Antworten auf die richtige Ansprache und Wortwahl zu achten. Heißt: den Professor mit ganzem Titel und mit „Sie“ anschreiben. In der Nachricht sollten Studierende Angaben wie den Studiengang und das Fachsemester nicht vergessen. So kann der Dozent sie einfacher zuordnen. dpa

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