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Themenwelten Berliner Morgenpost
Karriere: Ausbildung & Studium 2019

Fit, teamfähig, belastbar und sicher in Rechtschreibung

Berliner Polizei sucht mehr als 600 Nachwuchskräfte für den mittleren und den gehobenen Dienst

Auszubildende stellen im Aus- und Fortbildungszentrum der Bundespolizei in Neustrelitz eine Szene aus dem Polizeialltag nach. PA/STEFAN SAUER

SYLVIA CHYBIAK 

Sie kreisen im Hubschrauber über Berlin, begleiten Demonstrationen, jagen Verbrecher oder sind im Kiez Ansprechpartner für die Bürger: Polizisten. In Berlin sorgen ungefähr 17.000 von ihnen, Männer und Frauen, für die Sicherheit von mehr als 3,6 Millionen Berlinern. Hinzu kommen nicht nur die zahlreichen in- und ausländischen Besucher, sondern auch Staatsgäste, die eines besonderen Schutzes bedürfen. Der wachsende Zustrom von Neuberlinern und Gästen stellt die Hauptstadtpolizei auch im neuen Jahr wieder vor enorme Herausforderungen. Sondereinsätze, zahllose Überstunden wegen Personalmangels und Überalterung haben die Brisanz deutlich erhöht – die Berliner Polizei sucht dringend Verstärkung.
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Der Startschuss ist bereits gefallen, zukünftige Nachwuchskräfte können sich online bei der Berliner Polizei bewerben. Zum 2. September 2019 werden mehr als 300 Anwärter für den mittleren Dienst der Schutzpolizei eingestellt. Wer Abitur oder Fachhochschulreife besitzt, kann sich für den dreijährigen Bachelor-Studiengang im gehobenen Dienst der Schutz- oder Kriminalpolizei bewerben, hier werden 300 Studierende zum 1. Oktober eingestellt. Sie alle sollten selbstbewusst, körperlich fit, teamfähig und belastbar sein.
Suche aus der Luft: fliegende Polizisten im Hubschrauber über Berlin. PA/PAUL ZINKEN
Suche aus der Luft: fliegende Polizisten im Hubschrauber über Berlin. PA/PAUL ZINKEN
Einstellungstest muss gemeistert werden

Für die Bewerbung müssen konkrete Voraussetzungen wie Mindestgröße, Alter, Schwimmfähigkeitsnachweis und geforderter Schulabschluss erfüllt sein. Junge Männer und Frauen, die Polizisten werden wollen, gibt es in Berlin genügend, aber viele scheitern mangels ausreichender Vorbereitung an der Einstellungsprüfung. Schon beim Prüfungsteil Diktat zeigen sich immer wieder gravierende Schwächen. „Der Deutschtest ist für viele Bewerberinnen und Bewerber eine große Hürde, weil er eine K.-o.-Wirkung hat“, sagt ein Experte der Berliner Polizei. „Das bedeutet, dass bei Nichtbestehen des Deutschtests auch der Gesamttest nicht bestanden ist, egal wie gut die Leistungen in den anderen Testbereichen waren.“ Hier hilft es also, im Vorfeld Rechtschreibung und Grammatik zu üben. Gleiches gilt für den Sprachtest. Auch ein Intelligenz- und Persönlichkeitstest muss absolviert werden, Allgemeinbildung und interkulturelles Wissen werden ebenfalls abgefragt. Wer nicht weiß, von wem der Bundespräsident gewählt wird, sollte sich vor der Prüfung besser noch einmal schlaumachen über das politische System und die Geschichte der Bundesrepublik. Was sind die Aufgaben der Polizei und wie ist sie organisiert? Sowohl beim PC-Test als auch beim persönlichen Gespräch müssen Fragen dazu beantwortet werden. Es lohnt sich auch, die Mathe- und Geografiekenntnisse aufzufrischen, täglich die Nachrichten zu verfolgen und mit dem Internet vertraut zu sein. Im Einstellungstest sollte möglichst jede Frage beantwortet werden – auch wenn nur geraten wird. Denn keine Antwort wird wie eine falsche gewertet.
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Findet man sich in der Stadt zurecht, kann man Codes entschlüsseln und sich Fotos einprägen? Die Berliner Polizei gibt dazu diesen Tipp: „Einen Vorgeschmack auf einige Arten von Aufgaben, die auch der Einstellungstest beinhaltet, können Bewerberinnen und Bewerber unter http://zeugzumcop.dafürdich.berlin/erhalten.“ Mit Quizfragen, Memory und Kreuzwort- oder Bilderrätseln lassen sich Merkfähigkeit und Logik gut trainieren, sich dabei Zeitlimits zu setzen, ist hilfreich

„Der Deutschtest ist für viele Bewerberinnen und Bewerber eine große Hürde, weil er eine K.-o.-Wirkung hat“

Experte der Berliner Polizei

Ausbildung oder Studium bestanden? Dann sind die Aufgabenbereiche und Karrieremöglichkeiten bei der Berliner Polizei so mannigfaltig wie die Metropole selbst. Die Beamten werden zunächst einer Einsatzhundertschaft zugeteilt oder arbeiten auf einem der 37 Polizeiabschnitte. Dort fahren sie Einsätze im Funkwagen, betreuen Veranstaltungen und leisten kiezorientierte Präventionsarbeit. Die Kriminalreferate der Berliner Polizeiwachen kooperieren eng mit dem Landeskriminalamt, es werden Straftaten wie Entführungen, Tötungsdelikte oder Brandstiftung bearbeitet. Wer sich entsprechend qualifiziert hat, ermittelt bei Betrugsstraftaten, Umweltverstößen, Wirtschaftsverbrechen und Korruptionsdelikten, Bandenkriminalität oder Rauschgiftdelikten. Eine polizeiliche Laufbahn ist aber auch beim Staatsschutz, dem Spezialeinsatzkommando (SEK), dem Mobilen Einsatzkommando (MEK) sowie beim Kriminaltechnischen Institut möglich.
Geschafft: Der Regierende Bürgermeister Michael Müller überreicht im März 2018 frisch ausgebildeten Polizei- und Kriminalkommissaren ihre Ernennungsurkunden. PICTURE ALLIANCE / BERND VON JUTRCZENKA/
Geschafft: Der Regierende Bürgermeister Michael Müller überreicht im März 2018 frisch ausgebildeten Polizei- und Kriminalkommissaren ihre Ernennungsurkunden. PICTURE ALLIANCE / BERND VON JUTRCZENKA/
Im Wasser, zu Pferde oder mit dem Hund

Im Polizeiboot auf Berlins Wasserstraßen fahren, hoch zu Ross auf Streife gehen, oder sich mit Diensthunden auf die Suche nach Sprengstoff machen? Es gibt mehr Einsatzmöglichkeiten als auf den ersten Blick denkbar sind – auch bei der Bereitschaftspolizei, beim Zentralen Wachschutz, beim Verkehrsdienst oder im Gefangenen wesen. Wer sich bei der Berliner Polizei bewirbt, hat die Aussicht auf einen sicheren Arbeitsplatz und mit entsprechender Berufspraxis die Chance, befördert zu werden. Es gilt deshalb, frühzeitig auszuloten, wo die eigenen Fähigkeiten und Interessen liegen.

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