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Themenwelten Berliner Morgenpost
Karriere: Ausbildung & Studium 2019

Die Welt der Zahlen und Tabellen

Unterschiedliche Studienwege zum Steuerberater 

Mit einem Studium ist das Berufsziel Steuerberater schneller erreicht ISTOCK/SHIRONOSOV

ISABEL MICHAEL 

Wenn Matthias P. die Akte schließt, schlägt ihm oft eine Welle der Dankbarkeit entgegen. Wieder einmal hat es der Steuerberater geschafft, für seine Mandanten das Beste herauszuholen. „Diese Dankbarkeit ist das Schönste an unserem Beruf“, findet er. Auch wenn Steuern ansonsten eine Welt der Zahlen und Tabellen sind, machen doch der Kontakt zu den Menschen und das Ertüfteln von Lösungen den Beruf so reizvoll.

Aber der Weg ist lang, bis man endlich als Steuerberater praktizieren darf – zumindest wenn der ausgelernte Steuerfachangestellte nach der Ausbildung kein Studium absolviert. Dann dauert es zehn Jahre, bis man zum Steuerberaterexamen zugelassen wird. Mit einer Weiterbildung zum Steuerfachwirt kann die Zeit auf sieben Jahre verkürzt werden.

Allerdings kann man Steuern auch studieren, ohne Umweg über die Ausbildung. 60 Prozent aller Steuerberater haben einen Studienabschluss. Dann braucht man noch zwei bis drei Jahre Berufserfahrung, um Steuerberater werden zu können. Doch welche Studiengänge kommen da überhaupt infrage?
Borsig



Akademisches Studium

Laut den Vorgaben der Bundessteuerberaterkammer kann man mit einem Studium der Wirtschafts- beziehungsweise Rechtswissenschaft oder einem Studium mit wirtschaftswissenschaftlicher Fachrichtung nach zwei bis drei Jahren Berufserfahrung zur Steuerberaterprüfung zugelassen werden.

Wer sich bereits sicher ist, dass die Welt der Steuern interessante Aufgaben für ihn bietet, wählt am besten gleich einen spezialisierten Studiengang, wie Steuerlehre, Steuerrecht, oder Accounting, Taxation and Finance.

Wer sich dagegen die Optionen nach dem Abschluss noch offen lassen möchte, sollte eher einen allgemeineren Studiengang wählen, der trotzdem auch die Voraussetzungen der Bundessteuerberaterkammer erfüllt. Dazu gehören Jura, Volkswirtschaftslehre (VWL), Betriebswirtschaftslehre (BWL) mit Schwerpunkt Steuern, Wirtschaftsrecht, Wirtschaftsingenieur sowie Mathematik mit Nebenfach BWL.

Informationen darüber, welcher Studiengang für die Steuerberaterprüfung zugelassen ist, stehen auf den Seiten der Bundessteuerberaterkammer. Wer im Anschluss an den Bachelor noch seinen Master macht, braucht nur zwei statt drei Jahre Praxiserfahrung, um die Prüfung zum Steuerberater ablegen zu dürfen. Der Master kann auch berufsbegleitend absolviert werden.

Duales Studium

Dieser Weg eignet sich für alle, die bereits während des Studiums Praxiserfahrung sammeln und Geld verdienen möchten. Bei einem dualen Studium im Bereich Steuern wechseln sich Theorie und Praxis alle drei Monate miteinander ab. Als dualer Student im Bereich Steuern, kann man beispielsweise in einer Steuerkanzlei, oder in der Buchhaltung eines Konzerns tätig sein und erhält ein entsprechendes Ausbildungsgehalt. Ein duales Studium stellt allerdings hohe Anforderungen. Das theoretische Hochschulwissen wird in sehr kurzer Zeit vermittelt. Doch der Aufwand lohnt sich. Denn am Ende des Studiums hat man gleich zwei Abschlüsse: den Bachelor und die Ausbildung zum Steuerfachangestellten. Wer ein duales Studium anstrebt, sollte sich allerdings frühzeitig darum kümmern.

Fernstudium

Für diejenigen, die nicht mehr ins Studentenleben eintauchen, sondern lieber weiterhin in ihrem Beruf arbeiten möchten, bietet sich ein Fernstudium an. Fernstudenten können ihr Lern- und Studientempo eigenständig festlegen. Präsenzunterricht ist nicht erforderlich, nur die Prüfungen müssen an der entsprechenden Fernhochschule abgelegt werden. Manche Firmen stellen die Mitarbeiter für das Studium auch partiell frei – beispielsweise an einem Tag der Woche. Bei der Wahl der Fernhochschule ist es wichtig, dass dabei auch ein akademischer Abschluss angeboten wird. Oft können nämlich lediglich Zertifikate erworben werden.

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