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Themenwelten Berliner Morgenpost
Jobmesse Berlin 2017

Vorsicht, Fangfrage

Tipps für die Bewerbungsmappe und das Erstgespräch von Coach Sven Emmrich

Bewerbungscoach Sven Emmrich berät Besucher der Jobmesse Berlin BUSINESS HELDEN

kfzteile24 GmbH
Sven Emmrich ist Karriere-Berater und Betreiber der Website gratis-bewerbungscoach.de. Auf der Jobmesse Berlin bietet er den Besuchern Tipps rund um Bewerbungsmappe, Vorstellungsgespräch und Gehaltsverhandlung. Zur Einstimmung haben wir ihn darum gebeten, uns ein paar Tipps zu geben, worauf angehende Azubis und Jobsuchende achten sollten.

Auf der Jobmesse

Der Messebesuch will gut vorbereitet sein, wenn nützliche Kontakte oder gar Jobangebote dabei herausspringen sollen. Was für den telefonischen Erstkontakt gilt, ist genauso für den persönlichen Erstkontakt auf der Jobmesse angeraten. Die Rede ist von der Probefahrt. Am Telefon brauchst Du vielleicht erst einige Telefonate, damit Deine Stimme warm wird und Deine Gedanken voll auf Dein Ziel fokussiert sind. Auf der Messe führst Du zuerst Gespräche mit Unternehmen zweiter Wahl, bevor Du Dich Deinen absoluten Favoriten zuwendest und einen perfekten Eindruck von Dir hinterlässt. Berücksichtige also in Deinem persönlichen Messe-Fahrplan, dass Du genug Zeit für ein paar „Freischüsse“ einplanst. Dabei merkst Du wahrscheinlich auch, dass die Fragen, die Dir von den Personalern gestellt werden, fast immer dieselben sind.

Am Telefon

Oft beginnt die erste Kontaktaufnahme zum neuen Arbeitgeber am Telefon. Sei es, um in Erfahrung zu bringen, ob es offene Stellen gibt. Sei es, um den richtigen Ansprechpartner für die Bewerbung herauszufinden. Schon beim ersten Kontakt solltest Du einen guten Eindruck hinterlassen und Dich nicht verhaspeln. Wer sich unsicher fühlt, kann vorab einen Leitfaden formulieren. Schreib Dir die wichtigsten Punkte auf, damit Du nichts Wichtiges vergibst. Notiere Dir zum Beispiel den Namen des Gesprächspartners und sprich sie oder ihn damit an. Stell Dich selbst kurz und knapp vor und erkläre in kurzen Worten, was Dich für eine Mitarbeit im Unternehmen qualifiziert. Aber bitte keinen ausformulierten Text ablesen.

Im Anschreiben

Personaler merken sofort, ob Du beim Anschreiben Deiner Bewerbung ein Muster verwendet hast, denn sie kennen die üblichen Vorlagen. Daran ändert sich auch nichts, wenn Du aus zehn verschiedenen Vorlagen alles Mögliche zusammenkopiert hast. Das macht den Flickenteppich nur schlimmer. Statt Dich an Mustern zu orientieren solltest Du auf Individualität und Originalität achten.

Im Bewerbungsgespräch

Es gibt viele Standardfragen, die im Repertoire der Personaler immer wieder auftauchen. Beispiel gefällig? „Erzählen Sie doch mal, wie Sie sich einen typischen Arbeitstag in dieser Position vorstellen. Sie fangen morgens an und dann…?“ Damit wird abgefragt, wie gut sich der Bewerber mit der neuen Stelle beschäftigt hat. Auf derartige Standardfragen kann man sich vorbereiten. Wichtig ist es auch, die Absicht der Frage zu erkennen. Während manchmal einfach Informationen abgerufen werden, dienen andere Fragen eher dazu, den Bewerber in eine Stresssituation zu versetzen und zu beobachten, wie er reagiert. Das gilt vor allem für Fangfragen wie „Was können Sie an Ihrem bisherigen Job überhaupt nicht ausstehen?“ Wer hier ungefiltert seinem Ärger über den Alt-Arbeitgeber freien Lauf lässt, begeht einen Fehler. Denn bei der Frage soll vor allem die Loyalität gegenüber dem Arbeitgeber auf die Probe gestellt werden.

Sven Emmrich treffen Sie auf der Jobmesse Berlin am Stand 105.
Weitere Tipps rund um die Karriere auf: 

gratis-bewerbungscoach.de


Die erste Frage lautet: „Was will ich eigentlich?“

Karriere-Coach Steffen Liebener PRIVAT
Karriere-Coach Steffen Liebener PRIVAT
Der Wecker klingelt und statt aufzustehen, drehen Sie sich nochmal um? Wenn Sie über die Arbeit sprechen, fallen Ihnen nur negative Episoden ein? Sie zählen schon am Montag die Stunden bis zum Wochenende? „Jeder hat mal einen Durchhänger, aber wenn Sie diese Fragen über einen längeren Zeitraum mit Ja beantworten, sollten Sie vielleicht über eine berufliche Neuorientierung nachdenken“, sagt Karriere-Coach Steffen Liebener.

Das Bedürfnis, etwas im Job zu verändern, kommt in unterschiedlichen Lebensphasen vor. Das kann nach ein paar Jahren im ersten Job sein, oder mit über 50, sagt Liebener. „Viele Menschen verspüren irgendwann eine gewisse Unzufriedenheit mit der gewohnten Arbeitsstelle und wissen nicht genau, wie es weiter gehen soll. Ein Coaching kann da helfen.“

Auf der Jobmesse Berlin bietet er zwei Workshops an. Der eine analysiert die Stärken und Talente der Besucher, der zweite heißt „Umorientierung als Chance – gestalte Deine Karriere, bevor sie Dich gestaltet!“

Den Einstieg in den Neuanfang finden viele Angestellte über die Frage: Was will ich eigentlich? „Meine Aufgabe ist es, diese Frage gemeinsam mit meinen Klienten zu beantworten.“ Dem einen geht es um fachlich interessantere Aufgaben, der nächste will wieder das Gefühl haben, dass seine Arbeit wertgeschätzt wird. „Die Ergebnisse des Coachings sehen individuell sehr unterschiedlich aus,“ erzählt Liebener. „Eine Klientin wechselte aus der Wissenschaft zu einer Nichtregierungsorganisation. Und ein früherer Museumsangestellter hat sich mit kulturellen Führungen selbstständig gemacht.“ avi
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