Anzeige
Themenwelten Berliner Morgenpost
Jobmesse Berlin 2017

Mappencheck mit den Profis

Fremdsprachlern fällt das Bewerben schwer. Die Firma Wipa Berlin hilft bei der Jobsuche

Hassan Fanifarid (27) aus Ilam im Iran mit Wipa-Pädagogin Antje Krüger IMPRESS PICTURE/BUDDY BARTELSEN

„Bewerbungsverfahren“ ist ein Bandwurmwort. Dadurch lässt sich erahnen, wie hoch die Hürden für Fremdsprachler, allen voran Flüchtlinge und Migranten sind, sich hierzulande für eine Ausbildung zu bewerben oder den Einstieg ins Berufsleben zu schaffen. Oft sind die Voraussetzungen und Formalien, die in Deutschland selbstverständlich sind, in ihren Heimatländern unbekannt. Soviel vorweg: Es ist machbar, aber man muss wissen, wie es funktioniert und den Aufwand nicht scheuen.

Die klassische Bewerbungsmappe ist häufig immer noch das Aushängeschild einer erfolgreichen Vorstellung beim künftigen Arbeitgeber. 30 Prozent der Unternehmen verlangen sie auch in Zeiten zunehmender Online-Bewerbungen noch. Ein fehlerfreies Anschreiben, ein lückenloser Lebenslauf oder beglaubigte Qualifizierungen sind digital ebenso wichtig wie analog.

Auf der Jobmesse Berlin will Wipa, ein in Berlin und in der Region Rhein/Ruhr tätiges Unternehmen in der Berufsaus- und -weiterbildung und erfahrener Träger der Deutsch-Sprachausbildung, Migranten und Flüchtlingen über diese Hürde helfen. „An beiden Messetagen sind an unserem Stand zwei Mitarbeiter, die ausschließlich mit Interessierten einen Bewerbungsmappencheck durchführen und, soweit möglich, Lücken schließen und Fehler korrigieren“, erklärt Pressesprecherin Kathrin Geißler. Für das Unternehmen ist es ein Experiment. „Wir haben derzeit noch keine Vorstellung davon, wie groß der Andrang sein wird“, erklärt Geißler, „davon hängt es natürlich auch ab, wie vielen Bewerbern wir helfen und wie intensiv wir uns kümmern können.“

Da die Messe an zwei Tagen stattfindet, ist es natürlich möglich, am ersten Tag die Mappe von den Wipa-Mitarbeitern überprüfen zu lassen, die Empfehlungen anschließend zu Hause umzusetzen und am nächsten Tag noch einmal wiederzukommen. Gut ist es auch, seine Dokumente digital, etwa auf einem USB-Stick, dabei zu haben. Allerdings sollte die Mappe schon in Grundzügen die erforderlichen Unterlagen enthalten. Die Wipa Berlin ist am Stand mit der notwendigen Technik ausgestattet, um auf dem Computer Korrekturen und Verbesserungen vorzunehmen und die Mappe anschließend direkt auszudrucken. „Unser Ziel ist es, dass sich Bewerber gleich vor Ort bei potenziellen Arbeitgebern vorstellen können“, sagt Geißler. Man könne natürlich nicht bei Null beginnen und gute Deutschkenntnisse (etwa auf dem Level B1) seien ebenfalls Voraussetzung. Selbstverständlich, so Geißler, biete das Unternehmen Integrationskurse in Deutsch ebenso wie berufsbezogene Deutschkurse an. Für Informationen hierzu, aber auch zu Umschulungen, sind weitere Berater anwesend.


Kötter
Weitere Artikel