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 Immobilien Ferienwohnungen

Urlaub in Berlin

Mit der Vermietung ihrer Wohnung an Touristen können Berliner gut verdienen. Allerdings gibt es Einschränkungen

An Ferienwohnungen verdient die Stadt mit. Sie erhebt eine fünfprozentige Übernachtungssteuer. FOTO: TERO VESALAINEN/GETTY IMAGES/ISTOCKPHOTO

Systembau Emden
Simone Jacobius

Rollende Koffer in Hausfluren, ständig wechselnde Nachbarn und wilde Partys: Viele Wohnungsbesitzer vermieten ihre Immobilie als Feriendomizil über Portale wie Airbnb – nicht immer zur Freude der Nachbarn, dafür aber sehr lukrativ. Der Senat versuchte angesichts der Wohnungsnot in Berlin, das Geschäftsmodell einzuschränken. Die restriktiven Regeln von 2014, mit denen die Umwidmung von Wohnraum zu kommerziellen Zwecken verhindert werden soll, sind seit diesem Frühjahr wieder aufgeweicht. Doch die Erleichterung gilt nur für private Wohnungsvermieter. Für kommerzielle Anbieter gab es sogar Verschärfungen.

Das neue Zweckentfremdungsverbot-Gesetz ist seit dem 1. Mai in Kraft. Es besagt, dass Privatleute ihre Zweitwohnung bis zu 90 Tage im Jahr vermieten dürfen. Das gilt aber nur dann, wenn sie keine Haupt- oder weitere Nebenwohnungen in Berlin haben. In jedem Fall aber muss im Vorfeld das Wohnungsamt informiert werden. Wer ein Zimmer oder eine Wohnung in seinem Einfamilienhaus langfristig untervermieten will, braucht dagegen keine Genehmigung. Da die Immobilie weiterhin zu Wohnzwecken genutzt wird, liegt hier keine Zweckentfremdung vor.

Helma Ferienimmobilien GmbH

Die Internetplattform Airbnb bewertet die neuen Regelungen positiv. Denn Ziel von Airbnb sei die temporäre Weitervermietung der eigenen Wohnung. Das sogenannte Homesharing wird mit dem neuen Gesetz erleichtert, gleichzeitig werden aber die Kontrollen und die Strafen bei Verstößen gegen das Zweckentfremdungsverbot verschärft. Bei Verstößen drohen Bußgelder bis 50.000 Euro.

Wer verreist oder einige Zeit woanders arbeitet, darf seine Hauptwohnung in der Zeit kurzzeitig an Feriengäste vermieten. Die Vermietung muss nur im Vorfeld beim Wohnungsamt des Bezirks gemeldet und genehmigt worden sein. Für die Genehmigung fallen Verwaltungsgebühren an.

Auch wer weniger als die Hälfte der Wohnfläche kurzzeitig Touristen zur Verfügung stellen will, benötigt eine kostenlose Registriernummer, die vor allem auf Internetportalen öffentlich sichtbar sein muss.

Jeder, der seine Wohnung bis zu 21 Tage vermietet, muss zudem Übernachtungssteuer ans Land Berlin zahlen: Das sind fünf Prozent des Netto-Übernachtungspreises.

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