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Toplagen in Berlins Norden

Immobilien in Berlins Norden: Tegel und der Flughafen Otto Lilienthal

Tegel ist dank seiner Grünflächen und Seen attraktiv. Doch freie Wohnungen sind selten. Zudem steigen die Preise

Seit 2016 wird das Areal am Tegeler Hafen neu bebaut. FOTO: CHROMORANGE/KARL-HEINZ SPREMBERG

Uwe Lehmann 

Tegel ist über die Berliner Stadtgrenzen hinaus für den Flughafen Otto Lilienthal bekannt. Wer dort startet oder landet, sieht bereits Werbung für die Zeit nach der geplanten Schließung. Diese könnte Auswirkungen auf den Immobilienmarkt im Nordberliner Ortsteil haben. 

„Einige Verkäufer warten derzeit sicherlich noch ab, generell wird aber die Bedeutung des Airports für den Wohnungsmarkt in Tegel überschätzt“, meint Jacqueline Piepenhagen, die in Alt-Tegel das Piepenhagen Immobilienbüro betreibt. In weiten Teilen Tegels spiele der Flughafen kaum eine Rolle. Und da, wo er eine Rolle spiele, sei er viele Jahre ein Grund für Zuzug gewesen. Denn aus beruflichen Gründen ziehe es viele Menschen zum Flughafen, so die Maklerin: „Aber natürlich können die Schließung des Flughafens und die Umwandlung in einen Technologie- und Forschungspark inklusive Wohnbebauung dem Markt noch einmal einen zusätzlichen Schub geben.“ Wer darauf vertraut, könnte mit einer Immobilie in Tegel durchaus gute Wertsteigerungen erzielen.

„Tegel ist vor allem wegen der guten Verkehrsanbindung sehr beliebt. In 20 Minuten ist man beispielsweise an der Friedrichstraße. Aber auch das viele Grün und Wasser, die damit verbundenen Freizeitmöglichkeiten und die gute Infrastruktur inklusive bester Einkaufsmöglichkeiten machen den Ortsteil attraktiv“, erläutert Piepenhagen.
HBB Hauptstadtbüro
Wie in ganz Berlin sind auch in dem Reinickendorfer Ortsteil Tegel die Immobilienpreise in den vergangenen Jahren stark angestiegen. Die Steigerungsraten betrugen zuletzt mehr als zehn Prozent. Die Preise beginnen bei knapp unter 3000 Euro pro Quadratmeter – in Tegel-Süd liegen sie aber teilweise auch noch darunter.

Am höchsten sind sie hingegen auf der neu erschlossenen Humboldtinsel und in Tegelort, das eigentlich eine Lage des Ortsteils Konradshöhe ist und wie die Humboldtinsel über erstklassige Wasserlagen verfügt. Mehr als 5000 Euro werden da leicht für den Quadratmeter gezahlt.

Zuletzt entstanden auf der Humboldtinsel, einem schmalen Landstreifen umrahmt vom Tegeler Fließ und dem Tegeler Hafen, hochwertige Stadtvillen, Doppelhäuser auch mit eigenem Anlegesteg, Apartments am Wasser und sogar „floating houses“, die Wohnen auf dem Wasser ermöglichen. Auf der Insel werden Quadratmeterpreise von bis zu 7000 Euro erzielt.

Sanierter Bestand

Die ersten Wohnungsneubauten im Stil der Postmoderne sind aber am Tegeler Hafen bereits zur Internationalen Bauausstellung (IBA) in den 80er-Jahren entstanden. Auch sie sind bis heute sehr gefragt. „Tegel besitzt neben den Neubauten am Wasser noch einen wunderschönen Altbaubestand besonders in Alt-Tegel“, erklärt Immobilienexpertin Piepenhagen. Frei werdende Wohnungen würden jedoch, egal ob zur Miete oder zum Kauf, vorzugsweise unter der Hand weggehen. Überhaupt ist die Leerstandsquote in Tegel sehr gering, auch weil sich die Fluktuation in Grenzen hält. Neubauprojekte sind zudem eher selten.
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