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Themenwelten Berliner Morgenpost
Extra: Neubauprojekte

Im Norden ist noch Platz für Neubauten

In Reinickendorf gibt es viele Arbeitsplätze und viel Grün. Wohnen ist hier bislang noch recht günstig. Doch die Nachfrage wächst

Das Märkische Viertel ist die größte Siedlung im Bezirk. Es wurde vor wenigen Jahren aufwendig saniert. FOTO: THOMAS BRUNS/GESOBAU AG

Lars Klaaßen 

Reinickendorf zieht immer mehr Menschen an. Knapp 6000 Einwohner hat der Bezirk allein vergangenes Jahr hinzugewonnen. Ein Grund: Er bietet das gesamte Spektrum an Wohnraum, von der Großsiedlung über Altbauquartiere bis hin zu dörflichen Quartieren. „Auch als Wirtschaftsstandort punktet der Nordosten Berlins“, sagt Marcus Buder, Bereichsleiter Gewerbliche Immobilienfinanzierung der Berliner Sparkasse. „Viele Betriebe sitzen dort, was die Attraktivität als Wohnort mit kurzem Weg zur Arbeit steigert.“

Wenn wie angekündigt im Oktober 2020 der Flughafen Tegel schließt, wird auch die idyllische Seite Reinickendorfs noch weiter gestärkt: Etwa ein Drittel der dortigen Flächen sind Wasser, Parks und Grünanlagen. „Während es anderswo in Berlin schon deutlich enger wird, ist im Nordwesten noch Platz für Neubauprojekte vorhanden“, betont Buder. Das Bezirksamt hat 27 neue oder potenzielle Wohnungsbaustandorte mit je mindestens 50 Wohneinheiten identifiziert – insgesamt Flächen für rund 4450 Wohneinheiten.
Buwog
In großem Stil wird bereits für die Zeit nach der Schließung des Flughafens Tegel geplant. Ausgehend vom Kurt-Schumacher-Platz soll auf dem Airport-Areal das Schumacher Quartier entstehen – mit rund 5000 Wohnungen für etwa 10.000 Menschen und dazugehörigen Einrichtungen wie Schulen, Kitas, Sportanlagen und Grünflächen. In der Nachbarschaft sind zudem die Quartiere Cité Pasteur und TXL Nord mit weiteren 4000 Wohnungen geplant.

Größter Akteur in Reinickendorf ist die landeseigene Wohnungsbaugesellschaft Gesobau, der unter anderem ein Großteil des Märkischen Viertels gehört. Zwischen 2008 und 2015 hat die Gesobau ihren Bestand von 15.000 Wohnungen energetisch saniert. Seitdem baut sie neu und kauft zu. „Wir werden unseren Bestand in unserem Stammbezirk Reinickendorf sukzessive erweitern“, sagt Jörg Franzen, Vorstandsvorsitzender der Gesobau.

Den Ortsteil Heiligensee etwa verdichtet die Wohungsbaugesellschaft durch einen zweigeschossigen Neubaukomplex mit 24 Wohnungen nach. Prägend für die Neuplanung der vier Wohnhäuser war die nahe Boridyllisig-Siedlung, mit ihren für die 1920er-Jahre typischen Doppelhaushälften. Die Mischung aus 2- bis 4-Zimmer-Wohnungen ermöglicht eine flexible Nutzung.

Zu den Pluspunkten des Bezirks gehört, dass die Immobilienpreise moderater sind als im Zentrum. Sie ziehen aber, so der aktuelle Bezirksreport des Immobilienverbands Deutschland (IVD) Berlin-Brandenburg, bereits an. In guten Wohnlagen wie Frohnau und Hermsdorf sei bei Erstbezug zur Miete in sanierten Häusern mit bis zu 13 Euro, in Neubauten mit bis zu 13,50 Euro nettokalt zu rechnen. Die Kaufpreise erreichen bis zu 4100 beziehungsweise 4700 Euro pro Quadratmeter.

„In Heiligensee, Wittenau und Frohnau besteht ein beträchtliches Angebot an Einfamilienhäuser“, sagt Buder von der Sparkasse, „und das innerhalb der Stadtgrenzen, meistenteils gut angebunden.“ Für frei stehende Ein- und Zweifamilienhäuser mit 140 Quadratmetern Wohnfläche und einem Grundstück von rund 700 Quadratmetern werden dort laut IVD zwischen 340.00 und 500.00 Euro aufgerufen.
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