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Extra: Blick ins Umland

Falkensee, Dallgow-Döberitz und Elstal westlich von Berlin

Westlich von Berlin wachsen mehrere Gemeinden und bieten Familien die Chance auf Eigentum

Das Speisehaus der Nationen im Olympischen Dorf wird umgebaut. 115 Suiten sollen entstehen. FOTO: TERRAPLAN(4)

Uwe Lehmann 

Falkensee, Dallgow-Döberitz und Elstal stehen wohl exemplarisch für die prosperierende Gemeinden am Rande des Berliner Stadtgebiets und damit für den wachsenden Speckgürtel der Hauptstadt. Das zeigt bereits eine Zahl: So ist das an Spandau angrenzende Falkensee inzwischen von 20.000 Einwohnern nach der Wiedervereinigung auf nunmehr 50.000 Einwohner gewachsen.

Doch während auf Spandauer Seite große Wohnungsbauprojekte wie die Pepitahöfe in Hakenfelde oder die Wasserstadt Oberhavel entstehen, sind die Baugrundstücke in Falkensee inzwischen knapp. „Vor allem junge Familien aus Berlin, die ihre Kinder im Grünen aufwachsen lassen wollen, suchen in Falkensee nach einem Baugrundstück oder einem Haus“, sagt Michael Maase von der ortsansässigen Immobilien-Agentur Havelgrund.
War vor einigen Jahren der Quadratmeter Bauland noch für 200 Euro zu haben, müssen inzwischen bis zu 400 Euro gezahlt werden. „Wer heute noch für 200 Euro den Quadratmeter kaufen möchte, muss schon bis nach Nauen ausweichen“, erklärt der Immobilien-Kaufmann, In Falkensee werden beispielsweise Doppelhaushälften ab 400.000 Euro angeboten. Wenn diese neu gebaut werden, dann oft auf einem Teilgrundstück, das ursprünglich zu einem der älteren Häuser aus den 1920er- und 1930er Jahren gehörte.
 
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Exklusive Lagen

Die exklusivste Wohnlage in Falkensee ist der Falkenhagener See, der etwa die Größe des Berliner Schlachtensees hat. „Wenn hier Objekte auf den Markt kommen, wird praktisch jeder verlangte Preis gezahlt“, so Maase. Ein sehr beliebtes Wohnquartier ist auch der Ortsteil Finkenkrug. Hier wohnen sehr viele Akademiker, aber auch Künstler und Filmschaffende.

Eine neue exklusive Lage soll im Ortsteil Elstal der Gemeinde Wustermark entstehen. Das Projekt G.O.L.D, die Gartenstadt Olympisches Dorf, sorgt bundesweit für Aufmerksamkeit. Das Nürnberger Unternehmen Terraplan saniert das zu den Olympischen Spielen 1936 errichtete Dorf und macht es zu einem Wohnquartier. Zunächst werden im so genannten Speisehaus der Nationen 115 Suiten, Maisonetten und Penthouses realisiert. Hinzu kommen Gemeinschaftsflächen wie Sauna, Dachterrasse, Lounge, Innenhof mit Yogawiese und Boulebahn. Weitere Wohnungen mit drei bis fünf Zimmern auf 94 bis 160 Quadratmetern entstehen im Haus Central, dem Herzstück des Olympischen Dorfes.
  
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Des Weiteren sind im Inneren Ring sieben dreigeschossige Townhouses geplant. Außerdem entstehen im Grünen Ring Wohnhäuser mit jeweils 16 Einheiten von 46 bis 92 Quadratmetern. Die Nachfrage nach den Immobilien ist groß. auch weil die steuerlichen Abschreibungsmöglichkeiten bei Denkmälern hoch sind. Die Baumaßnahmen auf dem Gelände haben 2017 begonnen und gehen zügig voran.

Hohes Wachstum

Bis 1996 gehörte das Olympische Dorf noch zu Dallgow, erst 1996 wurde es dem benachbarten Elstal zugeschlagen. Dallgow-Döberitz zählt zu den derzeit am schnellsten wachsenden Gemeinden Deutschlands, glaubt Immobilienmakler Maase.

Überregional bekannt ist etwa der HavelPark Dallgow, der keine Shopping-Wünschen offen lässt und den nicht nur Bewohner der 10.000-Einwohner-Gemeinde besuchen. Dass Dallgow-Döberitz so schnell wächst, liegt zum einen daran, dass die Immobilienpreise leicht unter denen in Falkensee legen. Zudem steht hier auch mehr Baugrund zur Verfügung, sodass zum anderen noch größere Neubaumaßnahmen realisiert werden können. Ein Beispiel dafür ist das Bauprojekt „Wiesenblick“. In der Bahnhofstraße bietet das Wohnungsbauunternehmen Helma 33 Grundstücke zur individuellen Bebauung mit jeweils einem Einfamilienhaus an.
  
Am Grünen Ring entstehen in der olympischen Gartenstadt auch Reihenhäuser mit großzügigen Oberlichtern.
Am Grünen Ring entstehen in der olympischen Gartenstadt auch Reihenhäuser mit großzügigen Oberlichtern.
Die Grundstücksflächen liegen zwischen circa 478 und 715 Quadratmetern. Außerdem errichtet der Bauträger zehn Reihenhäuser, doch diese sind bereits verkauft oder zumindest reserviert.

Das Hannoveraner Unternehmen Helma ist noch in einem zweiten Dallgower Baugebiet aktiv. Zwischen der Wilmsstraße und der Nauener Straße sind 21 Reihenhäuser und 26 Einfamilienhäuser geplant. Es dürfte nicht das letzte Bauprojekt in der Brandenburger Gemeinde bleiben. Denn angesichts der steigenden Immobilienpreise in Berlin dürfte der Zuzug ins Umland anhalten. Der Speckgürtel wird wohl weiter wachsen.
  
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