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Extra: Toplagen in Berlins Westen

Berlins Westen: Richtfest im Maximilians-Quartier in Schmargendorf

Im Maximilians-Quartier an der Forckenbeckstraße entstehen neue Miet- und Eigentumswohnungen. Auf dem Gelände der ehemaligen Zigarettenfabrik soll ab dem kommenden Jahr das Gewerbeviertel „Go West“ entstehen

Wo bis vor Kurzem Kleingärten standen, entsteht jetzt das Maximilians-Quartier. Im Oktober wurde Richtfest gefeiert. FOTO: GROTH GRUPPE

Max Müller 

Die Schmargendorfer gelten als fest verwurzelt. Im Sommer gehen sie gerne im „Lochow“ schwimmen, wie das Sommerbad Wilmersdorf im Volksmund genannt wird; im Winter steht Schlittschuhlaufen im Horst-Dohm-Eisstadion auf dem Programm. Besonders stolz sind die Schmargendorfer auf ihr Rathaus, das um die Jahrhundertwende entstand und gotischen Prachtbauten nachempfunden ist. Auch viele Prominente haben dort schon geheiratet.

In Schmargendorf kommt einiges zusammen, das gilt auch für die Architektur. In dem kleinen Ortsteil im Südwesten Berlins gibt es viele Einfamilienhäuser und sogar mondäne Villen, auf der anderen Seite aber auch viele Mietshäuser. Und am Roseneck steht zudem das älteste Hochhaus Berlins aus dem Jahr 1954.
Buwog
Mit dem Maximilians-Quartier bekommt Schmargendorf nun einen gänzlich neuen Kiez. Bis zu 973 Wohnungen entstehen derzeit dort, wo vorher rund 150 Gärten der Kleingartenkolonie Oeynhausen waren. Auf dem circa 4,7 Hektar messenden Areal entstehen je zur Hälfte Eigentums- und Mietwohnungen in mehreren fünf- bis achtgeschossigen Wohnblöcken.

Der Mietzins für die 436 frei finanzierten Wohnungen beginnt bei 15 Euro je Quadratmeter. Dazu kommen 65 preisgebundene Wohnungen mit einem Mietpreis von 6,50 Euro pro Quadratmeter. Von den voraussichtlich 472 Eigentumswohnungen sind im Block D bereits 190 verkauft oder reserviert. Die günstigste Zwei-Zimmer-Wohnung, die derzeit im Angebot ist, misst rund 55 Quadratmeter und soll 338.000 Euro kosten.

Ende dieses, Anfang kommenden Jahres sollen die ersten Mieter einziehen können. Die Wärmeversorgung erfolgt über ein Blockheizkraftwerk, das auch bis zu 60 Prozent des Strombedarfs abdecken soll. Darüber hinaus wird es Ladestationen für E-Autos geben.

Auch auf der anderen Seite des Areals bewegt sich etwas. Im kommenden Jahr will Stephan Allner, Geschäftsführer des Immobilienunternehmens „Die Wohnkompanie Berlin“, den Startschuss für den Umbau des ehemaligen Reemtsma-Areals zum Gewerbeviertel „Go West“ geben. Auf 7,4 Hektar plant sein Unternehmen darüber hinaus Gastronomie und Hotellerie. Zudem sollen ein Kino und ein Theater für die Filmschauspielschule Berlin errichtet werden. Daneben gibt es im Kiez viele kleinere Projekte. Das beschauliche Schmargendorf stockt langsam, aber kontinuierlich auf.
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