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Themenwelten Berliner Morgenpost
Extra Neubauprojekte 2019

Mehrfamilienhaus mit Rewe-Supermarkt in Prenzlauer Berg

Flächen sind knapp, daher ist das Aufstocken ein Gebot der Stunde

In Prenzlauer Berg entstehen mit dem neuen Supermarkt gleich 240 Wohnungen. J. MAYER UND PARTNER

Theresa Baldus 

In der Pappelallee in Prenzlauer Berg, Höhe Stargarder Straße, verstellt seit einigen Wochen ein Bretterzaun das Areal, auf dem bis dato ein Rewe-Markt stand. Man sieht nur drei Kräne in den Himmel ragen: Das Immobilienunternehmen Trei Real Estate baut auf diesem Grundstück ein Mehrfamilienhaus mit 240 Wohnungen. Im Erdgeschoss wird außerdem wieder ein Lebensmitteleinzelhändler einziehen. Das alte Gebäude wurde abgerissen.

Viel Potenzial nach oben Die an diesem Standort gewählte Lösung ist ein Weg, um mehr Wohnraum zu schaffen. „Man muss nachverdichten und dabei kreativer werden“, sagt Pepijn Morshuis, Geschäftsführer der Trei Real Estate, der Immobiliengesellschaft der Unternehmensgruppe Tengelmann. Abriss und Neubebauung auf Grundstücken, deren Flächen ineffizient genutzt wurden, ist ein Weg. Ein anderer ist die Überbauung von alleinstehenden Supermärkten und Parkgaragen. „In Berlin kommen 330 solcher sogenannten Flachmänner für eine Überbauung in Frage. Das entspricht einem Potenzial von 20.000 bis 30.000 Wohnungen“, meint Morshuis. Sein Unternehmen setzt derzeit vier derartige Projekte in Berlin um, zwei in Prenzlauer Berg, eins in Mitte und eins in Kreuzberg. Insgesamt werden auf diese Weise mehr als 700 Mietwohnungen entstehen. Zu welchem Preis diese auf den Markt kommen werden, will Morshuis angesichts der rasanten Preisentwicklung noch nicht sagen. Man kann aber davon ausgehen, dass der Quadratmeter nicht unter 16 Euro zu haben sein wird.
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„Es ginge günstiger“, ist Morshuis überzeugt. Nämlich wenn man „höher als die in der Regel erlaubten sieben Geschosse bauen“ dürfte. Aber da müsste die Berliner Politik mitspielen – anstatt zu deckeln.

Mit den langwierigen Verfahren und dem bürokratischen Aufwand bei Bauprojekten sind viele Entwickler unzufrieden. „Der zu geringe Neubau ist politisch strukturell verursacht“, sagt Jürgen Leibfried, Vorstand der Berliner Bauwert AG. „Obgleich Bauen in Berlin Chefsache ist, ist die Verantwortung für die Genehmigung von Wohnungsbauvorhaben an die untere politische Ebene delegiert.“ Die gesamtstädtische Verantwortung für den Wohnungsbau werde nur in Ausnahmefällen wahrgenommen. „Die Bezirke haben nicht die erforderlichen Kapazitäten und sie tendieren dazu, die Interessen der Anwohner über das gesamtstädtische Interesse an neuen Wohnungen zu stellen.“

Die Kompetenzen zwischen Bezirken und Land müssten „klarer geordnet werden“, sagt auch David Eberhart, Pressesprecher des BBU Verband Berlin-Brandenburgischer Wohnungsunternehmen e.V. Die Bauauflagen gehörten zu den größten Hemmnissen für Neubau. Ein weiteres sind die galoppierenden Baupreise. Laut Eberhart beträgt die Inflation hier knapp das Dreifache der Inflation insgesamt. Erschwerend hinzu kommen stark steigende Grundstückspreise. Aber wen wundert das: Bauland ist knapp.

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