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Extra Neubauprojekte 2019

Bonava Einfamilienhäuser in Falkenberg und Kladow

Ein bezahlbares Einfamilienhaus ist in Berlin kaum noch zu finden. Neubauten in diesem Segment sind Mangelware. Eine Alternative ist das Ausweichen nach Brandenburg

In Brandenburg ist noch Platz, hier baut Bonava in Schulzendorf. BONOVA

Theresia Baldus 

Auf der Webseite der Firma Bonava werden Interessierte fündig: Das Unternehmen hat mehrere Einfamilienhäuser, zum Teil freistehend, zum Teil als Reihenhäuser, im Angebot. Viele sind es allerdings nicht, berlinweit gerade rund 50. Weitere rund 60 Häuser kommen demnächst in den Vertrieb. Und günstig sind sie auch nicht. Unter einer halben Million Euro ist so gut wie nichts im Angebot. Die Preise gehen hoch bis gut 900.000 Euro. Das muss man sich erst einmal leisten können.
Gewobag Wohnungsbau-Aktiengesellschaft Berlin
Grundstücke sind Mangelware

Berlin ist die Stadt der Wohnungen in Mehrfamilienhäusern. Ein kleines oder gar größeres Häuschen ist den wenigsten vergönnt. Wenn jemand ein Haus sein eigen nennt, dann wohnt er dort wahrscheinlich schon etwas länger. Neubauten in diesem Segment sind Mangelware. Immer weniger Angebote kommen auf den Markt. Denn immer schwieriger wird es, freie, bezahlbare Grundstücke zu finden. Das gilt für den privaten Bauherrn, der sich, meist gemeinsam mit einem Architekten, ein Haus erschafft. Das gilt ebenso für Bauträger, die die Immobilie errichten und dann schlüsselfertig übergeben. Das Fürstenwalder Unternehmen Bonava zum Beispiel, das derzeit Objekte in drei Berliner Randlagen anbietet, hat diese Grundstücke laut dem Regionsleiter Berlin Rico Kallies „bereits vor zwei Jahren gekauft“. Seither habe man kein einziges Grundstück innerhalb der Stadtgrenzen erworben. „Es gibt sie schlichtweg nicht mehr“, sagt er.
Projekt „Mein Falkenberg“: Die Deutsche Eigenheim baut 507 Reihenhäuser.
Projekt „Mein Falkenberg“: Die Deutsche Eigenheim baut 507 Reihenhäuser.
ARCHITEKTURBÜRO KOCK/BJÖRN ROLLE
ARCHITEKTURBÜRO KOCK/BJÖRN ROLLE

Ähnlich äußert sich Henrik Blank. Blank ist der Geschäftsführer von Neuraum Ventures. Das Unternehmen betreibt die Plattform fertighaus.de, das nach eigenen Angaben größte deutsche Hausbauportal für Massiv- und Fertighäuser. Blank kennt die Berliner Situation sehr gut. Innerhalb des S-Bahn-Ringes, weiß er, gebe es nur noch „sehr vereinzelt“ Grundstücke. Es sei die „absolute Ausnahme“ hier noch fündig zu werden. Daniel Werner, Geschäftsführer des Maklerunternehmens MPW Immobilien, drückt sich noch drastischer aus: „Innerhalb des S-Bahn-Rings gibt es gar nichts mehr.“

Wer sich den Traum vom Einfamilienhaus verwirklichen will, muss daher so gut wie immer in die Randbezirke ausweichen. Derzeit sind das vor allem Pankow, Köpenick und der Westen von Reinickendorf, laut Werner außerdem Marzahn-Hellersdorf, dort vor allem Mahlsdorf, Biesdorf und Kaulsdorf. In diesen drei Ortsteilen, so Werner, „befindet sich Deutschlands größtes zusammenhängendes Einfamilienhaus-Gebiet.“ Bonava baut auch in Falkenberg und Kladow.

D & H Projektmanagement GmbH
Doch selbst in diesen äußersten Randlagen sind Einfamilienhäuser recht teuer. „Für ein Haus mit etwa 120 Quadratmeter Wohnfläche und 500 Quadratmeter Grundstück muss man mindestens 400.000 Euro bezahlen“, sagt Blank. „Die Preise haben sich in den letzten fünf Jahren im Schnitt verdoppelt, in manchen Lagen sogar verdreifacht.“ Der Trend gehe daher zu immer kleineren Wohn- und Grundstücksflächen.

Vor allem aber wird vermehrt außerhalb der Stadtgrenzen gebaut. „Die Menschen sind mittlerweile auch bereit, ins Umland zu ziehen“, sagt Kallies. „Das war vor ein paar Jahren noch nicht der Fall.“ Im Speckgürtel bietet das Unternehmen daher seit geraumer Zeit auch weit mehr Häuser an als in der Stadt. Derzeit sind etwa Objekte in Schulzendorf, Oranienburg, Michendorf und Bestensee im Vertrieb, in Kürze startet der Verkauf von etwa 1000 Einheiten in Zossen. In diesen Gegenden kann man Objekte ab rund 400.000 Euro erstehen. Das sind mindestens 100.000 Euro weniger, als ein vergleichbares Haus am Stadtrand von Berlin kostet. Die Menschen fragen daher vermehrt nach. Einzige Bedingung ist für sie in der Regel der Anschluss an den öffentlichen Nahverkehr. Ist dies nicht der Fall, wie etwa in Schmöckwitz oder Müggelheim, ist das Interesse nicht so groß. Dafür sind die Preise aber niedriger.

Mieten als günstige Alternative
Kladow gehört zu den wenigen Orten, wo Bonava noch in Berlin baut. BONAVA
Kladow gehört zu den wenigen Orten, wo Bonava noch in Berlin baut. BONAVA
Eine weitere, eher preisgünstige Alternative ist, ein Einfamilienhaus zu mieten, statt es zu kaufen. Viele Mietangebote gibt es nicht. In der Regel ergeben sich solche Optionen nur dann, wenn ein Kapitalanleger ein Haus kauft und es dann vermietet. Doch seit Kurzem gibt es eine weitere Möglichkeit: Die drei landeseigenen Wohnungsbaugesellschaften Gewobag, GESOBAU und HOWOGE haben im Lichtenberger Ortsteil Falkenberg 288 Reihenhäuser zwischen 82 und 124 Quadratmeter Größe gebaut. Zum Teil sind diese vom Land Berlin gefördert und daher mit elf Euro pro Quadratmeter Kaltmiete preislich günstiger als freifinanzierte Objekte. Die ersten 64 Reihenhäuser in der Johann-Jacob-Engel-Straße sowie Am Dörferweg sind seit Januar bezugsfertig, weitere 46 folgen im Juli dieses Jahres. Noch sind nicht alle Einheiten vergeben. Interessenten haben also noch eine Chance.

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