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Extra: Luxusimmobilien in Berlin & Brandenburg

Extra: Luxusimmobilien in Berlin & Brandenburg

Das Luxussegment boomt - für die absoluten Top-Objekte werden bereits bis zu 30.000 Euro pro Quadratmeter aufgerufen

Theresia Baldus 

Alter Luxus in neuem Glanz: Ende August haben in Mitte, in der Glinkastraße, Ecke Taubenstraße, die Sanierungs- und Baumaßnahmen begonnen. In den nächsten drei Jahren sollen in vier historischen Gebäuden und einem Neubau insgesamt 69 elegante Eigentumswohnungen entstehen. Der Projektentwickler Co-pro hat das Ensemble Glint getauft. Es ist eine Wortkreation aus den beiden Straßennamen. Außerdem bedeutet das englische „to glint“ so viel wie schimmern oder durchschimmern: Der „Glanz der Gründerzeit“ soll im Neuen erkennbar sein. Das Neue, das ist komfortables Wohnen auf höchstem Niveau, mitsamt Concierge-Service, Smart-Home-Technologie, Kaminlounge, grüner Hof-Oase und stilvoll ausgestatteten Wohnungen. Die Preise für diesen „Wohntraum“ sind lediglich „auf Anfrage“ zu erfahren.
Engel & Volkers Berlin Mitte GmbH
Diese Formulierung spricht Bände. Willkommen im Premium- und Luxussegment, einem vor allem in Berlin „rasant wachsenden Markt“. Laut dem aktuellen Bericht des Immobilienunternehmens Engel & Völkers gilt das sowohl für die Anzahl der verkauften Objekte als auch für die erzielten Preise. Bei den Häusern betrug der Spitzenwert 2018 acht Millionen Euro. Bei den Eigentumswohnungen wurde der Top-Wert aus dem Vorjahr von 23.600 Euro pro Quadratmeter nur knapp verfehlt, die Durchschnittspreise aber zogen an. Und für die Zukunft ist von weiteren Steigerungen auszugehen.
Stilvolle Ausstattung gehört zum luxuriösen Gesamtpaket des Glint. FOTOS: COPRO PROJEKTENTWICKLUNG GMBH
Stilvolle Ausstattung gehört zum luxuriösen Gesamtpaket des Glint. FOTOS: COPRO PROJEKTENTWICKLUNG GMBH
Das Immobilienuntemehmen Engel & Völkers, das unter anderem Glintvertreibt, zählt in seinem Marktbericht über „Luxus-Immobilien“ die teuersten fünf Prozent der verkauften Wohnhäuser und Eigentumswohnungen dazu. Laut Sven Henkes, Geschäftsführer des Berliner Immobilienuntemehmens Ziegert, handelt es sich dabei lediglich um rund ein Prozent aller am Markt befindlichen Objekte. Das sind jene mit Verkaufspreisen ab 11.500 Euro pro Quadratmeter, sagt er. Noch viel kleiner ist der Luxus-Bereich. Das seien „seltene Solitäre“, Henkes zufolge starten diese bei einem Kaufpreise von rund 17.000 Euro - und gehen mittlerweile bis an die 30.000 Euro. Wobei die Preise nur ein Anhaltspunkt sind. Projektentwickler und Makler bevorzugen eine andere Klassifizierung: „Premium-lmmobilien zeichnen sich durch ihre herausragende Lage, eine elegante Bauweise und eine besonders hochwertige Ausstattung aus“, sagt Kai Enders, Vorstandsmitglied der Engel & Völkers AG.

Immobilien der allerhöchsten Kategorie können sich die Wenigsten leisten. Und doch steigt ihr Marktanteil kontinuierlich. Das liegt schon daran, dass die Grundstückspreise und die Baukosten stark steigen. Da ist ein hoher Verkaufspreis die natürliche Folge. Aber es liegt auch daran, dass Berlin ein gefragter Standort für Betuchte ist. Aus allen Teilen Deutschlands und der Welt kommen die Käufer. In manchen Objekten macht die internationale Klientel gut 65 Prozent aus, sagt Henkes. Etwa im gerade entstehenden, von Ziegert angebotenen Pure vis-a-vis der East Side Gallery. Das Objekt mit 185 Wohneinheiten bietet ebenfalls einen Concierge-Dienst in der Empfangslobby, der auf Wunsch den Kühlschrank befällt, Tischreservierungen vornimmt und mehr.
Prestigeobjekt Pure: Concierge in der Lobby. FOTO ZIEGERT
Prestigeobjekt Pure: Concierge in der Lobby. 
FOTO ZIEGERT
Im Top-Segment wird selbst genutzt

Als Kapitalanlage sind solche Objekte im Übrigen selten interessant. Während der Anteil der Kapitalanleger laut Henkes im normalen Preissegmentbei rund 40 Prozent liegt, beträgt er bei Premium-Immobilien nur etwa 20 Prozent. Ein hochpreisiges Objekt rechnet sich eben kaum in der Vermietung. Vor allem aber: „Die Käufer erwerben ein Prestigeobjekt in der Hauptstadt“, sagt Susanne Kaiser von Engel & Völkers. Das möchte man, wenn auch nur zeitweise, selbst bewohnen. Allenfalls, sagt sie, „ist es für die Kinder“.

Daher sind die Kunden dieser Kategorie auch besonders wählerisch. Sie bevorzugen meist die klassischen A-Lagen wie Dahlem, Grünewald, Wannsee oder Mitte. Laut Ziegert-Chef Henkes stoßen aber auch weitere Gegenden ins Premium-Segment vor, etwa das Paul-Lincke-Ufer in Kreuzberg. Potenzial hätten ferner Mediaspree oder der westliche Ku’damm. Laut dem Engel & Völkers-Marktbericht gehören auch der Prenzlauer Berg sowie die Halbinsel Stralau zu den aufstrebenden hochklassigen Vierteln.
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