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Themenwelten Berliner Morgenpost
Toplagen in Berlins Osten

Neubauprojekte & Immobilien in Berlin-Lichtenberg

In Lichtenberg schlummern große Potenziale für Neubauprojekte. Schon jetzt passiert im lange unterschätzten Bezirk viel.

Ausgezeichnet: Neubauten inmitten von Plattenbauten an der Paul-Zobel-Straße. FOTO: KLAUS DOMBROWSKY


Lars Klaaßen  

Bis vor wenigen Jahren gehörte Lichtenberg zu den wenig beachteten Bezirken Berlins. Schuld daran waren die großen Plattenbausiedlungen und ihr schlechtes Ansehen. Das war schon damals nicht ganz fair. Zuletzt hat die Internationale Gartenschau im südlich gelegenen Wuhletal 2017 erheblich zu einem besseren Image des Bezirks beigetragen. Großsiedlungen aus der DDR-Zeit gibt es zwar nach wie vor, die meisten wurden jedoch längst aufgehübscht. Und der Neubausektor lockt immer mehr Zuzügler mit hohem Wohnkomfort und architektonisch gut durchdachten Konzepten. Und der Stadtentwicklungsplan (Step) des Senats listet allein in Lichtenberg 32 Standorte, an denen binnen sieben Jahren bis zu 36.000 Wohnungen geschaffen werden könnten.

Begehrte Neubauten

Im Ortsteil Fennpfuhl sieht man bereits, welche Chancen die Nachverdichtung vorhandener Flächen bietet: Dort fanden zwei achtgeschossige Wohnhäuser Platz im Innenhof einer Plattenbausiedlung aus den 1970er-Jahren. Sie entstanden in einer Bauzeit von nur rund eineinhalb Jahren. 69 Wohnungen mit ein bis fünf Zimmern sowie drei Wohneinheiten für Wohngemeinschaften in sozialer Trägerschaft befinden sich in den Wohntürmen. Die ersten Mieter haben ihre Wohnungen bereits am 1. Februar bezogen. Drei Monate nach Fertigstellung sind die Wohnungen laut Bauherrin Howoge, eine der sechs kommunalen Wohnungsunternehmen Berlins, zu mehr als 80 Prozent vermietet. Das Projekt an der Paul-Zobel-Straße erhielt den Lichtenberger Bauherrenpreis in der Kategorie Wohnungsbau.
Alle verkauft: 110 Eigentumswohnungen im Neubauensemble I LOVE. FOTO: PROJECT I LOVE
Alle verkauft: 110 Eigentumswohnungen im Neubauensemble I LOVE. FOTO: PROJECT I LOVE
Auch Supermarktketten mausern sich mittlerweile zu Bauherren und ersetzen ihre flachen Erdgeschossbauten durch neue Häuser: unten einkaufen, oben wohnen. So will Aldi Nord an mindestens 30 Standorten in Berlin gemischt genutzte Immobilien bauen. Zwei Projekte mit insgesamt 200 Wohnungen werden bereits in Neukölln und Lichtenberg umgesetzt.

Der angespannte Markt macht’s möglich – auch am Stadtrand entsteht Neues im großen Stil: Die Ostberliner Außenbezirke kämpften nach der Wiedervereinigung lange mit hohem Leerstand. Deshalb wurden etwa für das Stadtumbau-Projekt Ahrensfelder Terrassen 1200 Wohnungen zurückgebaut. In den dadurch stufenweise abfallenden Plattenbauten verblieben 409 Wohnungen. 2005 war das modernisierte, aufgehübschte und vor allem geschrumpfte Quartier fertig. Nun entstehen unweit der Ahrensfelder Terrassen neue Quartiere. Mit Mein Falkenberg wächst eine Siedlung heran, die 1255 Wohneinheiten umfassen wird. Der erste Bauabschnitt mit 179 Wohnungen soll bis Ende 2019 fertiggestellt sein. Angesichts der berlinweit stark steigenden Mieten soll das Projekt „breite Schichten der Bevölkerung … zu sozialverträglichen Mieten versorgen“. Das heißt konkret: ab 6,50 bis unter zehn Euro pro Quadratmeter nettokalt. Der Schnitt liegt in Falkenberg bei 8,25 Euro. Wer hier eine Wohnung kaufen möchte, muss mit 2100 Euro pro Quadratmeter rechnen.
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