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Blick ins Umland

Eigentumswohnungen in Nauen/Havelland: Projekt Ritter 4

Nauen profitiert von seiner Nähe zu Berlin. Viele Hauptstädter zieht es in das Brandenburger Örtchen – nicht nur wegen der Preise

Beim Projekt Ritter 4 entstehen neue Eigentumswohnungen. FOTO: ESCON GMBH

Jörn Käsebier 

Im Fontane-Jahr kommt oft wieder das Gedicht vom Herrn von Ribbeck auf Ribbeck im Havelland zu Ehren. Davon profitiert auch der gleichnamige Ort mit seinem Schloss und seinen Birnbäumen. Doch nicht nur Besucher zieht es nach Ribbeck und vor allem nach Nauen, zu dem der Ortsteil gehört.

Die Gemeinde ist der Fläche nach eine der größten Deutschlands. Dafür ist Nauen vergleichsweise dünn besiedelt. Aber die Einwohnerzahl steigt: in den vergangenen zehn Jahren um fast 15 Prozent. Mit ihren Ortsteilen kommt die Kleinstadt derzeit auf mehr als 18.000 Einwohner, zwei Drittel davon leben im Nauener Kerngebiet.

Große Grundstücke

Dorthin gibt es auch den stärksten Zuzug. Dafür sorgen die Neubaugebiete. Hierhin zieht es vor allem Berliner, die sich ihren Traum vom Haus mit großem Garten erfüllen. Grundstücke mit 500 bis 700 Quadratmetern sind keine Seltenheit. „Hier gibt es den Platz und die Flächen sind bezahlbar, darum kommen die Leute her“, sagt Thomas Lipinski, Immobilienmakler beim Berlin-Brandenburger Regionalverband des IVD. Denn auch wenn die Preise signifikant angestiegen seien, lägen sie noch immer deutlich unter Berliner Niveau. Als Beispiel nennt Lipinski die Bodenrichtwerte in der Altstadt. Diese hätten vor gut zehn Jahren rund 50 Euro pro Quadratmeter betragen. Mittlerweile seien es mehr als doppelt so viel. In den Neubaugebieten liegen sie noch deutlich darüber.
Gewobag Wohnungsbau-Aktiengesellschaft Berlin
Doch es entstehen nicht nur Einfamilienhäuser, sondern zum Teil auch Wohnungen. Ein Beispiel ist das Projekt Ritter 4. 19 Eigentumswohnungen mit zwei bis vier Zimmern befinden sich im Bau. Zu den Käufern, die selbst einziehen, zählen Familien, aber auch Eltern, deren Kinder ausgezogen sind und denen ihr Haus zu groß geworden ist. Nach Angaben der ESCON GmbH, die den Vertrieb übernimmt, werden in einzelne Einheiten auch Großeltern ziehen, deren Kinder mit ihren Familien bereits in Nauen ein Haus erworben haben.

Außerdem kaufen Kapitalanleger, die dann die Wohnungen vermieten. Mit Quadratmeterpreisen zwischen 2400 und 2900 Euro pro Quadratmeter gehört das Projekt zu den teureren in Nauen. Doch die Preise liegen unter denen für Berliner Neubauwohnungen. Das Interesse aus der Hauptstadt ist entsprechend groß.

„Wir glauben fest an den Standort und sind davon überzeugt, dass mit der weiteren Anbindung an das ÖPNV-Netz von Berlin Nauen noch stärker in den Fokus vieler Berliner Familien rückt“, sagt Jürgen Meehsen, Geschäftsführer der ESCON GmbH. Noch dieses Jahr soll bereits in der Nachbarschaft von Ritter 4 ein neues Bauvorhaben begonnen werden, bei dem Meehsens Firma wieder den Vertrieb übernimmt.

Beim Neubau achten die Bauträger darauf, auch die technische Infrastruktur auf den neuesten Stand zu bringen. So sind Glasfaseranschlüsse die Regel. Das erleichtert die Arbeit im Homeoffice. Doch viele Nauener pendeln nach wie vor nach Berlin. Entweder über die B5 mit dem Auto oder mit der Regionalbahn. Mit dem Zug dauert es von Nauen etwa 30 Minuten bis zum Bahnhof Zoologischer Garten. „Das Angebot an Stellplätzen für Autos und Fahrzeuge ist am Nauener Bahnhof zuletzt stark ausgebaut worden“, so Lipinski. Die Stadt zeigt sich für weiteren Zuzug gerüstet.
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