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Themenwelten Berliner Morgenpost
Classic Open Air 2019

Berlins Classic Open Air mit Highlights der Klassik

Eine Zeitreise durch 300 Jahre Klassikgeschichte

Barockkomponist Georg Friedrich Händel FOTO: STOCK / CLU

Martina Helmig 

Das Programm „Highlights der Klassik“ schöpft aus dem Vollen. In den letzten 300 Jahren haben Komponisten ein Füllhorn an Meisterwerken und populären Melodien geschaffen. Jeder kann die Ohrwürmer mitsingen: „Auf, in den Kampf, Torero“, den „Cancan“ aus „Orpheus in der Unterwelt“, Wagners Brautchor, das Brindisi aus „La Traviata“ oder „Die vier Jahreszeiten“. Der Abend am Gendarmenmarkt wird eine Reise durch Zeiten, Länder und Stile.

„Asturias“ von Isaac Albéniz ist so oft für die Gitarre arrangiert worden, dass man fast vergisst, dass es ursprünglich als Klavierstück geschrieben wurde. Es ist eine Hommage an den andalusischen Flamenco. Auch Sarasates „Zigeunerweisen“ und Bizets „Perlenfischer“ führen mit folkloristischem Kolorit in die Ferne. Blumen haben im Zeitalter der Romantik immer wieder eine Rolle gespielt, beim Russen Tschaikowsky („Blumenwalzer“) ebenso wie bei den Franzosen Delibes („Blumenduett“) und Bizet („Blumenarie“).
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Drei Komponisten führen beim Classic Open Air in die Welt der Barockmusik. „Nicht Bach, sondern Meer sollte er heißen“, sagte Beethoven über das Musikgenie Johann Sebastian Bach. Während der Thüringer Kantor kaum einmal seine Heimatregion verließ, feierte sein weltgewandter Kollege Georg Friedrich Händel Erfolge in Italien und London. Mediterranes Temperament bringt der Italiener Antonio Vivaldi in die Barockmusik ein.

In die Welt der Oper führt der zweite Teil des Abends. Vor 200 Jahren wurde Jacques Offenbach geboren. Seine Arie der mechanischen Puppe Olympia aus „Hoffmanns Erzählungen“ gehört zu den reizvollsten Koloraturarien des Opernrepertoires. Aber auch eine Offenbach- Rarität steht auf dem Programm. „Oyayaye ou La Reine des Iles“ von 1855 war lange vergessen und wurde erst in diesem Jubiläumsjahr neu entdeckt und rekonstruiert. Es geht um einen Kontrabassisten, der auf einer wilden Südseeinsel mit Menschenfressern strandet. Die unterschiedlichen musikalischen Handschriften des Tschechen Smetana, des Italieners Verdi und des Deutschen Wagner sorgen für viel Abwechslung.

Am Ende des Abends steht Tschaikowskys „Ouvertüre solennelle 1812“. Mit seinen extravaganten Anforderungen steht das Werk in der Musikgeschichte einzigartig da. Kanonenschüsse und Kirchenglocken wünschte sich der Komponist für die Aufführung. Es geht um den Sieg der Russen über Napoleon. Die Battaglia für Riesenorchester beeindruckt nicht nur mit einem opulenten Aufgebot an Schlagwerk. Auf dem Gendarmenmarkt erklingt die Festouvertüre mit Kanonen, Carillon, Licht und Feuerwerk.
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