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Bachelor & Master und duale Studiengänge

Duale Studiengänge an der Beuth Hochschule für Technik Berlin

Studium oder Lehre? Es gibt auch eine Variante, die beides beinhaltet – und gute Perspektiven bietet

Theorie und Praxis halten sich die Waage im dualen Studium. FOTO: INDUSTRYVIEW / ISTOCK


Student und Azubi zur gleichen Zeit – Darren Daunke hat diesen Weg nach dem Abitur gewählt. „Man hört ja immer, dass ein Studium sehr theoretisch ist“, sagt er, „ich wollte aber von Anfang an Praxis haben.“ Die Idee eines dualen Studiums fand er attraktiv, ebenso, in vier Jahren zwei Abschlüsse zu haben – den IHK-Abschluss Elektroniker für Betriebstechnik und den Bachelor of Engeneering im Fach Elektrotechnik.

Nicht alle dualen Studiengänge führen zu zwei Abschlüssen. Unterscheiden muss man zwischen dem ausbildungsintegrierenden und dem praxisintegrierenden Format. Beim ausbildungsintegrierenden Format erwerben die Studierenden zwei Abschlüsse, das praxisintegrierende duale Studium endet nur mit dem Bachelorabschluss, hat im Vergleich zu den klassischen Studiengängen jedoch größere Praxisabschnitte.

Ausbildung verkürzt sich auf zwei Jahre

Darren Daunke (20) hat sich für das ausbildungsintegrierende Studium entschieden. Seit zwei Jahren macht er bei den Berliner Wasserbetrieben seine Ausbildung zum Elektroniker für Betriebstechnik, eingeschrieben ist er an der Beuth Hochschule für Technik Berlin im Bachelorstudiengang Elektrotechnik. Im September wird er die Prüfung vor der Industrie- und Handelskammer (IHK) ablegen – dual Studierende verkürzen die eigentlich 3,5 Jahre dauernde Ausbildung auf zwei Jahre.
Nach der Prüfung startet Darren Daunke mit dem vierten Fachsemester in die zweijährige Hochschulausbildung. Der Studiengang wird mit drei Schwerpunkten angeboten: Kommunikationstechnik, Energie- und Antriebssysteme sowie Elektronische Systeme. Daunke hat den Schwerpunkt Energie- und Antriebssysteme gewählt. Ab dem Wintersemester wird er zwischen 16-wöchigen Theoriephasen an der Hochschule und zehnwöchigen Praxisphasen im Betrieb wechseln. Zudem wird er in den Semesterferien, wenn seine Kommilitonen vorlesungsfreie Zeit haben, im Betrieb arbeiten.

Gehalt bezieht er von den Berliner Wasserbetrieben, hier ist er angestellt, das Unternehmen hat ihn immatrikuliert. Die Studierenden der Wasserbetriebe, die mehrere duale Studiengänge anbieten, erhalten eine monatliche Bruttovergütung von 1018,26 Euro im ersten, 1068,20 Euro im zweiten und 1114,02 Euro im dritten Ausbildungsjahr – das Gehalt wird auch gezahlt, wenn die Studierenden an der Hochschule sind. „Die Bezahlung war für mich auch ein Grund, mich für das duale Studium zu entscheiden“, sagt Daunke. Mit diesem Gehalt hat er keinen Anspruch mehr auf Bafög, den in der Regel jeder dual Studierende einer Hochschule hat. Das gezahlte Gehalt wird grundsätzlich auf den Förderbetrag von 735 Euro monatlich angerechnet.

Zurzeit lernt Daunke in der betriebseigenen Werkstatt der Wasserbetriebe. „Ich lerne unter anderem den Umgang mit Strom und Spannung und Installationstechniken“, sagt er. Vielleicht könne er bis zum Ende der Ausbildung ja auch noch seine Kollegen in die Wasser- und Klärwerke begleiten. Die Arbeit vor Ort ist ein fester Bestandteil der Ausbildung bei den Wasserbetrieben.

„Ich brauche ein sehr gutes Zeitmanagement, um Ausbildung, Berufsschule und Studium unter einen Hut zu bekommen“, sagt Daunke. Denn er arbeitet nicht nur Vollzeit im Betrieb und muss sich auf die Prüfung vorbereiten. Zeitgleich studiert er im Fernstudium die ersten drei Fachsemester des Bachelorstudiengangs Elektrotechnik und lernt für die Klausuren, die er vor Ort an der Hochschule schreibt. Regelmäßiger Austausch mit den Professoren gehört jetzt schon zu seinem Leben. Dual Studierende brauchen neben einem guten Zeitmanagement sehr viel Selbstdisziplin und gutes Organisationstalent.

Punkten mit Praxiserfahrung

Zum Wintersemester wird Daunke dann „richtiger“ Student, mit einigen Kollegen wechselt er von der Werkstatt in den Hörsaal. Hier wird er alles über digitalisierte Antriebssysteme, speicherprogrammierbare Steuerung und Hochspannungstechnik lernen. „Ich bin gespannt, wie es ist, in einen Studiengang zu kommen, in dem die anderen schon drei Semester zusammen studiert haben.“ Er ist sich jedoch sicher, dass er keine großen Probleme haben wird, denn „ich bringe viel Praxiserfahrung mit“.

Dual Studierende haben nach dem Abschluss ihrer Ausbildung aufgrund der Praxiserfahrung gute Karrierechancen. Auch Darren Daunke blickt optimistisch in seine berufliche Zukunft. „Ich bin eher ein Theoretiker“, sagt er. „Ich kann mich auf dem Arbeitsmarkt jedoch mit Praxiserfahrung bewerben.“ Er hofft darauf, bei den Wasserbetrieben bleiben zu können – vielleicht als Ingenieur.

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