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Themenwelten Berliner Morgenpost
Extra: Neubauprojekte

Neubauprojekt Box Seven von Berlins Wohnungsbaugesellschaft Howoge

Der Neubau kann mit der wachsenden Nachfrage nicht Schritt halten. Dabei bietet der Stadtrand großes Potenzial. Und selbst in zentraler Lage entstehen noch größere Projekte mit einem günstigen Mietraumanteil von 30 Prozent

Box Seven: Neuer Wohnraum in der City. FOTO: JFMUELLER

Lars Klaaßen 

Der Ruf nach mehr Wohnraum ist unüberhörbar. Obwohl starker Zuzug Berlin schon seit Jahren wachsen lässt, passiert beim Neubau noch zu wenig. 1825 Anträge für Bauvorhaben im Wohn- und Nichtwohnbau haben die Bauaufsichtsbehörden des Landes Berlin in der ersten Hälfte des Jahres 2019 gemeldet. Das sind 4,8 Prozent weniger als in den ersten sechs Monaten des Vorjahres, teilt das Amt für Statistik Berlin-Brandenburg mit.

„Im Vergleich zu westdeutschen Metropolen wie etwa Hamburg verfügt Berlin zwar noch über beträchtliche Flächen“, sagt Rainer Schorr, Geschäftsführer der PRS Family Trust, die institutionelle Investoren im Baubereich berät. „Die vorhandenen sind für viele Akteure jedoch schlicht zu groß.“ Zudem erschweren die stark steigenden Grundstückspreise die Bemühungen, bezahlbaren Wohntraum zu schaffen.
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Dem Gutachterausschuss für Grundstückswerte Berlin zufolge hat sich der durchschnittliche Bodenrichtwert für unbebaute Grundstücke in Berlin bei einer Geschossflächenzahl von 2,0 bis 2,5 in den letzten fünf Jahren von 622 auf 3410 Euro erhöht. Zugleich bereitet der Senat den Mietendeckel vor. „Neubaumieten werden durch den Mietendeckel stark verteuert“, meint Schorr. Im Bestand werde die Fluktuation weiter sinken, damit auch das Angebot an freiem Wohnraum. „Nur im Neubau wird nicht gedeckelt, während der Nachfragedruck gerade dort steigt und enorme Kosten amortisiert werden müssen.“

Gerade am Stadtrand, wo die Preise im Vergleich zu zentralen Lagen bislang noch niedrig waren, steigen die Kauf- und Mietpreise noch stärker an. Doch auch das Potenzial für Neubau ist hier größer: So ist Treptow-Köpenick ganz vorn hinsichtlich der Genehmigungen für Wohnungen in Berlin. Im Bezirk wurden im 1. Halbjahr allein 2526 Wohnungen genehmigt, das entspricht 22 Prozent aller genehmigten Wohnungen in der Hauptstadt. „Doch auch in der Innenstadt kann noch in großem Stil gebaut werden, wie wir es gerade in Friedrichshain tun“, sagt Henning Hausmann, Sprecher des Immobilienentwicklers Bauwert. Box Seven, so der Name des Projekts, entsteht auf dem 26.000 Quadratmeter großen Grundstück eines ehemaligen Gewerbeareals. Dort wurden unter anderem 613 Wohnungen gebaut: 192 als Eigentum, 421 zur Miete für 11 bis 15 Euro pro Quadratmeter. Die Wohnungsbaugesellschaft Howoge vermietet im sozialen Wohnungsbau 90 Einheiten zu 6,50 Euro pro Quadratmeter.

Box Seven war das erste nach dem Berliner Modell initiierte Neubauprojekt: Seit 2014 ist bei diesen eine Quote für förderfähigen mietpreis- und belegungsgebundenen Wohnraum von 30 Prozent der Geschossfläche Wohnen festgeschrieben. Die Kooperation privater Bauherren mit einer landeseigenen Wohnungsbaugesellschaft hat sich zwischenzeitlich auch bei weiteren Vorhaben bewährt.
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