Anzeige
Themenwelten Berliner Morgenpost
Extra: Neubauprojekte

Berlins Neubauprojekte: Umbau des Steglitzer Kreisel „ÜBerlin“

Von chinesischen Verhältnissen ist Berlin weit entfernt, doch auch hier steigt die Zahl der Hochhäuser. Ein Überblick über die künftig höchsten Gebäude der Stadt

Der Steglitzer Kreisel steht seit fast 40 Jahren. Derzeit wird er zum Wohnturm umgebaut. FOTO: FUCHSHUBER ACHITEKTEN

Max Müller 

Aufbruchsstimmung sollte das höchste Gebäude Berlins einst symbolisieren – kurz nach der Wende erfolgte der erste Spatenstich, im Jahr 1998 war es fertig, als der Aufbruch noch immer auf sich warten ließ. Mit 125 Metern Höhe sind die Treptowers, wie das Hochhaus samt umliegenden Gebäuden heißt, noch immer das höchste Gebäude der Stadt. Spätestens 2021 sollte dieser Titel nicht mehr zu verteidigen sein. Denn auch wenn in den meisten Kiezen die Traufhöhe von knapp 22 Metern noch immer gilt, kommt Berlin aufgrund des anhaltenden Bevölkerungswachstums und des steigenden Bedarfs an Büroflächen nicht umhin, in die Höhe zu bauen.

In den kommenden Jahren werden Gebäude entstehen, die 130, 150 oder gar 175 Meter messen, und das nicht nur in den Innenstadtbezirken. Dabei werden nicht alle von diesen als Gewerberiegel oder Hotelbauten realisiert – in einigen soll das Wohnen im Vordergrund stehen.
Project Immobilien
Das gilt auch am Alexanderplatz, dem Berliner Ort, um den die meisten Hochhausdebatten geführt werden. Am weitesten fortgeschritten sind die Pläne fürs Grandaire neben dem Alexa. Kürzlich wurde Richtfest für den 65-Meter-Turm mit Nebengebäuden gefeiert. In diesem Ensemble entstehen 269 Wohnungen und Einzelhandel.

Weit vorbereitet ist auch ein Projekt an der „Alex Oase“. Das französische Immobilienunternehmen Covivio lässt hier einen 130 Meter hohen Büroturm errichten. In dessen 36 Meter messenden Sockel sind Mietwohnungen zwischen 20 und 100 Quadratmetern für bis zu 500 Menschen geplant. Die Wohnungsmieten sollen um die 15 Euro pro Quadratmeter liegen. Mit einem Bauabschluss wird 2023 gerechnet.

Weit vorangekommen sind auch die Planungen für den „Alexander Berlin’s Capital Tower“, für den bereits eine Baugenehmigung vorliegt. Der an die Shoppingmall Alexa angrenzende Wolkenkratzer soll mit seinen 150 Metern Höhe das Hotel Park Inn um 25 Meter überragen. Laut Vermarkter Bewocon sind 377 Eigentumswohnungen geplant. Details stehen noch aus. Durchgesickert ist bislang, dass die Deckenhöhe der einzelnen Wohnungen 3,20 Meter nicht unterschreiten soll und Käufer mit mindestens 6000 Euro je Quadratmeter rechnen müssen.

Hoch hinaus soll es auch in anderen Berliner Bezirken gehen. So etwa am Ufer der Spree in Friedrichshain. Das Unternehmen Agromex plant, entlang der Fanny-Zobel-Straße zwei Hochhäuser mit 110 und 100 Metern Höhe zu bauen, in denen bis zu 208 Eigentumswohnungen entstehen sollen. Zudem sind auf dem zur Mediaspree gehörenden Projekt 154 Apartments und ein 63 Meter hohes Hotel geplant.

Preise steigen mit Höhe

Derzeit in der Umbauphase befindet sich Berlins dritthöchstes Gebäude, der Steglitzer Kreisel, dessen Wohnungen zukünftig unter dem Label „ÜBerlin“ vermarktet werden. Bis 2021 sollen 330 Eigentumswohnungen gebaut werden, die zwischen 30 und 300 Quadratmeter groß sind. 190 Millionen Euro investiert die CG-Gruppe als Eigentümer in den Umbau des ehemaligen Sitzes der Steglitz-Zehlendorfer Verwaltung, der nach skandalträchtiger Baugeschichte 1980 fertiggestellt worden war. Die Kaufpreise beginnen bei knapp 5000 Euro je Quadratmeter und steigen mit der Höhe der jeweiligen Apartments.

Auch wenn all die Pläne ambitioniert sind, wird doch ein Gebäude den Titel „höchstes Haus Berlins“ erhalten, in dem Menschen nur temporär schlafen: Das Hotel Estrel in Neukölln plant einen 175 Meter hohen Anbau. Anvisiert ist eine Fertigstellung im Jahr 2021.
Weitere Artikel