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Themenwelten Berliner Morgenpost
Berliner Immobilienmesse 2019

Entwicklung der Immobilienpreise auf dem Wohnungsmarkt in Berlin

Wohnraum ist knapp. Deswegen sind Immobilien so teuer wie nie zuvor. Und noch immer steigen sie. Allerdings moderater als bisher

GRAFIK: ISTOCK/SORBETTO

hit Immobilien
BIM Berliner Immobilien Messe
Groth Gruppe
Theresia Baldus  

Superlative, Superlative, Superlative – Berichte über den Berliner Immobilienmarkt kommen ohne sie nicht aus. Einer davon: Mit mehr als 3,6 Millionen Menschen ist die Bevölkerungszahl der Stadt auf ein Rekordniveau seit Ende des Zweiten Weltkrieges angestiegen. Und jeder Einzelne muss irgendwo wohnen. Da aber eine hohe Nachfrage bei knappem Angebot zwangsweise zu steigenden Preisen führt, ist man schnell beim nächsten Superlativ: Die Immobilienpreise sind so hoch wie nie.

Der Kaufpreis für eine Neubau-Eigentumswohnung übersprang laut aktuellem Wohnungsmarktbericht der Investitionsbank Berlin (IBB) 2018 erstmals die Marke von 5000 Euro pro Quadratmeter – auf 5649 Euro. Inklusive der Bestandsobjekte betrug der Preis im Schnitt 4368 Euro pro Quadratmeter. Im Jahr 2011 waren es erst 2079 Euro. Das bedeutet ein Plus von mehr als 100 Prozent in nur sieben Jahren.

Wer eine Immobilie sucht, ob zum Kauf oder zur Miete, ist seit Jahren mit diesen Entwicklungen konfrontiert. Mieter ziehen mehrheitlich gar nicht mehr um. Sie finden nichts Bezahlbares mehr. Kapitalanleger hingegen fragen sich, ob sich ein Kauf angesichts immer weiter sinkender Mietrenditen noch lohnt. Zwar sind auch die Mieten angestiegen, aber nicht in dem Ausmaß wie die Kaufpreise. 2011 lagen sie im Schnitt noch bei 6,47 Euro pro Quadratmeter. Vergangenes Jahr erreichten sie 10,32 Euro pro Quadratmeter. Das bedeutet ein Plus von 65 Prozent. Für viele Mieter ist diese Situation dennoch dramatisch. Die Lohnentwicklung hat schließlich nicht annähernd mit der Mietpreisentwicklung Schritt gehalten. Hinzu kommt, dass auch die Nebenkosten angestiegen sind, was die Warmmiete nochmals verteuert. Außerdem liegen die Werte in beliebten Lagen deutlich über 10,32 Euro. In Mitte und Kreuzberg-Friedrichshain wurden laut IBB im vergangenen Jahr jeweils 38 Prozent aller Mietwohnungen kalt für 14 Euro und mehr pro Quadratmeter angeboten. Die Gründe für die Entwicklungen sind vielfältig.

Internationaler Anleger

Einer davon ist, dass sich Berlin „weltweit zum führenden Investment-Standort entwickelt hat“, wie Marcus Lemli, Geschäftsführer der Savills Immobilien Beratung, sagt. Deutschlandweit avancierte Berlin zur Nummer eins. Vor allem internationale Anleger investierten verstärkt.

Die Immobiliennachfrage ist zudem deutlich größer als das Angebot. Laut IBB-Vorstand Jürgen Allerkamp fehlen in Berlin 135.000 Wohnungen, sofern man die Fluktuationsreserve von zwei Prozent – das sind dem Markt zeitweise nicht zur Verfügung stehende Wohnungen wegen Umzügen oder Modernisierungen – einrechnet. „Der Wohnungsmarkt in Berlin ist ein Knappheitsmarkt“, sagt Allerkamp. „Mehr Wohnungsbau ist notwendig.“

Doch genau da hapert es seit Jahren. Zwar wurden allein 2017 15.669 Wohnungen gebaut. Doch selbst wenn die Bautätigkeit kontinuierlich auf dem Niveau von rund 16.000 Wohnungen bleiben sollte, würde es laut IBB-Chef „mehr als acht Jahre dauern, um diesen Wohnungsmangel zu kompensieren“.

Doch bislang ist nicht einmal sicher, ob die Bautätigkeit anhält. Mieter müssen weiter mit steigenden Kosten rechnen. Lemli prognostiziert ein Mietwachstum von 4,7 Prozent für 2019 und 3,9 Prozent für 2020. Die Kaufpreise steigen ebenfalls, wenn auch bedeutend moderater als in der Vergangenheit. Der Gutachterausschuss für Grundstückswerte in Berlin sieht eine „Abschwächung der Preisanstiege“. Diese Entwicklung begann 2018. Zwar sind die mittleren Kaufpreise gestiegen. Für Mietwohnhäuser um acht Prozent, für Wohn- und Geschäftshäuser zwölf Prozent und für Eigentumswohnungen zehn Prozent. Die Bodenrichtwerte für Bauland wurden um 20 Prozent angehoben. Die Steigerungsraten lagen aber alle unter denen des Vorjahres.

Interessierte Käufer in der Mieterstadt

„Die eigenen 4 Wände – hier gefunden!“ ist das Motto der Berliner Immobilienmesse 2019
Berlin ist eine Stadt der Mieter. Die Wohneigentumsquote ist im Vergleich aller Bundesländer die niedrigste. Doch das Interesse an den eigenen vier Wänden ist hoch. Die Berliner Immobilienmesse ist für Kaufinteressenten eine gute Anlaufstelle. Rund 50 Aussteller – darunter Bauträger, Makler und Vertriebsunternehmen, aber auch Finanzdienstleister – geben Auskunft. Außerdem sind Anbieter von Massiv- und Fertighäusern vertreten, die zeigen, welche Energiestandards moderne Häuser erfüllen. Rund 5000 neue und gebrauchte Wohnungen und Häuser werden vorgestellt. Viele der neuen Wohnprojekte werden auf der Berliner Immobilienmesse erstmals der Öffentlichkeit präsentiert. Interessierte Käufer können ihr Wunschobjekt schon direkt vor Ort reservieren. Ergänzt wird das Messeprogramm durch verschiedene Diskussionsrunden und Fachvorträge.

BERLINER IMMOBILIENMESSE
Termin: 6./7. April 2019, 10 bis 18 Uhr
Ort: Arena Berlin, Eichenstr. 4, 12435 Berlin
Eintritt: Erwachsene 10 Euro, Familien 15 Euro, ermäßigt 7 Euro
Tickets: online oder vor Ort
Alle Infos: www.bim-messe.de
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