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Berliner Ärztemagazin 

Hilfe bei müden Knochen

Bewegung und Ernährung für starke Gelenke

Fotos: MandicJovan/Fotolia; privat

Was tun gegen müde Knochen? Sport und gesunde Ernährung! Unsere Gelenke bleiben länger gesund, wenn sie bewegt werden. „Eine gute Versorgung mit Nährstoffen und allem voran Bewegung und Aktivität ist wichtig, damit der Knorpel über die Gelenkflüssigkeit ernährt werden kann“, erklärt Nils Kerwer, Facharzt für Orthopädie, Unfallchirurgie und Sportmedizin. „Erst der Wechsel von Be- und Entlastung versorgt Gelenke optimal“, so der Orthopäde. Für eine lange Gesundheit unserer Gelenke sind Nährstoffe der Treibstoff und die tägliche Bewegung der Motor. Forscher und Mediziner sind sich sicher: Bewegung wirkt wie ein Spitzen-Medikament. Die erste Maßnahme bei Gelenkproblemen? Übergewicht bekämpfen.

„Für eine lange Gesundheit unserer Gelenke sind Nährstoffe der Treibstoff und die tägliche Bewegung der Motor.“

Die zweite: gesund essen. Ein Gelenk – oder genauer gesagt – der Knorpel ist auf die ununterbrochene Versorgung von wichtigen Nährstoffen durch die Gelenkflüssigkeit angewiesen. Die Nährstoffe, die wir mit der Nahrung aufnehmen, gelangen über das Blut in die Gelenkflüssigkeit. Sie enthält Mineralstoffe, Zucker und Eiweiß. Wichtige Gelenkbausteine sind in diesem Zusammenhang Glucosaminsulfat, Chondroitinsulfat, Kollagenhydrolysat und Hyaluronsäure. Sie binden große Mengen Wasser und ermöglichen das buchstäblich reibungslose Funktionieren der Gelenke. Sind zu wenige dieser Bestandteile vorhanden, geht das auf Kosten der Elastizität. Bei einer mangelhaften Versorgung mit Nährstoffen muss der Gelenkknorpel „hungern” und wird abgebaut.

Nils Kerwer, Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie, Inhaber Orthopädische Praxis Großhansdorf und Chefarzt der Orthopädie der Park-Klinik Manhagen.
Nils Kerwer, Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie, Inhaber Orthopädische Praxis Großhansdorf und Chefarzt der Orthopädie der Park-Klinik Manhagen.
Dr. Roel van der Most, Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie, Fachbereichsleiter Orthopädie, Sektionsleiter Endoprothetik und Hüfterkrankungen, Asklepios Klinik St. Georg
Dr. Roel van der Most, Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie, Fachbereichsleiter Orthopädie, Sektionsleiter Endoprothetik und Hüfterkrankungen, Asklepios Klinik St. Georg
Ist der Knorpel zerstört, reiben die Knochen direkt aufeinander. „Unser Gelenkknorpel funktioniert wie ein Schwamm; er nimmt bei Bewegung wichtige Nährstoffe auf und transportiert Abbauprodukte ab“, so Dr. Roel van der Most. „Erst durch regelmäßige körperliche Aktivität kann der gefäßfreie Knorpel die wertvollen Nährstoffe aufnehmen – ähnlich wie ein Schwamm, der zusammengedrückt wird und sich wieder ausdehnt“, sagt der Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie an der Asklepios Klinik St. Georg. Bei jedem Schritt wird der Knorpel „massiert” und leicht zusammengepresst. Durch diesen Pumpmechanismus werden frische Nährstoffe in den Knorpel befördert. Lässt die Druckbelastung nach, fließt die Flüssigkeit in den Gelenkspalt zurück und nimmt auf diesem Wege auch Abbauprodukte aus dem Knorpel mit. Diese Stoffe werden von der Gelenkinnenhaut aufgenommen und über den Blutweg abtransportiert. Eine eingeschränkte Beweglichkeit oder dauerhafte Druckbelastung führt auch zu Ernährungsstörungen des Knorpels. „Fehlt die körperliche Bewegung, bleiben Abbauprodukte einfach im Knorpel liegen und wichtige Nährstoffe erreichen ihn nicht in geeigneter Menge“, so Dr. van der Most. Peter Claußen

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