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Berliner Ärztemagazin 

Der Mensch im Mittelpunkt

„Integrative Onkologie“ am Brustkrebszentrum des Gemeinschaftskrankenhauses Havelhöhe zieht Patientinnen aus ganz Deutschland an

Die erfahrene Medizinerin Dr. Cornelia Herbstreit nimmt sich viel Zeit für die Gespräche mit ihren Patientinnen und deren individuelle Anliegen. Fotos: Marion Hunger-Doll

Hier wird Geborgenheit vermittelt, das ist der erste Gedanke im Eingangsbereich. Warme Farben, Kunst der Moderne an Wänden, freundliche Gesichter – schon beim Eintritt ins Brustkrebszentrum Havelhöhe im Gemeinschaftskrankenhaus für Anthroposophische Medizin ist spürbar, dass man sich dort wohlfühlen kann. Wohlfühlen? Angesichts der niederschmetternden Diagnose Brustkrebs? Ist das nicht ein kühner Gedanke?
Musiktherapeut Eckhart Boelger trägt mit den entspannenden Klängen der Leier zum Wohlbefinden der Patientinnen bei.
Musiktherapeut Eckhart Boelger trägt mit den entspannenden Klängen der Leier zum Wohlbefinden der Patientinnen bei.
Kunsttherapeutin Sabine Klitzke-Pettener (l.) und Dr. Cornelia Herbstreit im lichtdurchfluteten Atelier des Gemeinschaftskrankenhauses Havelhöhe.
Kunsttherapeutin Sabine Klitzke-Pettener (l.) und Dr. Cornelia Herbstreit im lichtdurchfluteten Atelier des Gemeinschaftskrankenhauses Havelhöhe.
„Ja, die Diagnose Brustkrebs hat auch im 21. Jahrhundert und trotz wissenschaftlichen Fortschritts nichts von ihrem Schrecken verloren“, sagt Dr. Cornelia Herbstreit, Leiterin des Brustkrebszentrums. „Und – auch in einem Krankenhaus ist es möglich, eine heilsame Atmosphäre zu schaffen. Schließlich geht es darum, wieder gesund zu werden.“ Seit Sommer 2012 zertifiziert nach den Kriterien der Deutschen Gesellschaft für Senologie und der Deutschen Krebsgesellschaft, kümmert man sich schon seit 25 Jahren mit besonderer Zuwendung um die Patientinnen im Gemeinschaftskrankenhaus Havelhöhe. „Integrative Onkologie“ heißt das Stichwort. Neben sämtlichen Leistungen der Schulmedizin bringt diese ein Extra mit: den ganzheitlichen Blick auf die Persönlichkeit und ein Plus an Zuwendung in einer Lebenssituation, die den Betroffenen schier den Boden unter den Füßen wegreißt. „Brustkrebs kündigt sich nicht an“, so Cornelia Herbstreit. „Gestern noch gesund, sieht eine Frau heute ihr Leben bedroht. Wird konfrontiert mit Diagnosen, Untersuchungsverfahren und medizinischen Fachwörtern – und soll den Überblick behalten.“ Jede Betroffene geht anders damit um. Die eine wird via Internet selbst zur „Expertin“, die andere legt ihr Schicksal ergeben in die Hand der Fachkräfte. „Wie auch immer die unterschiedlichen Persönlichkeiten auf die Diagnose reagieren – wir holen sie dort ab, wo sie stehen. Wir nehmen uns sehr viel Zeit für Erläuterungen, lassen ihnen Zeit, mit der neuen Lebenssituation umzugehen“, erklärt Cornelia Herbstreit.


„Wir gehen auf individuelle Bedürfnisse ein, lassen Betroffenen Zeit, mit der neuen Situation umzugehen.“


Individuell abgestimmte Therapie


Fast immer ist bei Brustkrebs eine Operation erforderlich. In den meisten Fällen kann bei der Entfernung des Tumors die Brust erhalten werden. Bei größeren Eingriffen und wenn die Entfernung der Brustdrüse erforderlich ist, werden plastische Operationsverfahren angewendet. Das 18-köpfige Team der Frauenärztinnen und -ärzte in der Havelhöhe verfügt über langjährige Erfahrung. Liegt ein Befund vor, wird er in der Tumorkonferenz mit den verschiedenen Fachbereichen besprochen. Auf dieser Basis fußt die individuell abgestimmte Therapieentscheidung. Betroffene werden intensiv begleitet, gemeinsam entsteht der „Fahrplan“ für die Behandlung. Chemotherapien können einer Operation vorgeschaltet oder danach eingesetzt werden, zudem kommen häufig noch Bestrahlungen dazu – mit belastenden Nebenwirkungen. Speziell ausgebildete Ärztinnen und Ärzte, Therapeutinnen und Therapeuten sowie Pflegende begleiten den unmittelbaren postoperativen Heilungsprozess. „Uns ist es wichtig, dass aus dem Trauma Brustkrebs kein Posttrauma entsteht“, erläutert Dr. Herbstreit. „Die psychoonkologische Begleitung ist von zentraler Bedeutung.“

Wenige Schritte von der Havel entfernt, ist in Haus 11 das Brustkrebszentrum zu finden.
Wenige Schritte von der Havel entfernt, ist in Haus 11 das Brustkrebszentrum zu finden.
Misteltherapie stärkt das Immunsystem

Jede Patientin wird dabei unterstützt, den eigenen Weg zu finden. Dazu zählt auch, das Vertrauen in den eigenen Körper zurückzugewinnen. Das Zusammenspiel von Körper, Seele und Geist macht das Individuum aus. Im Gemeinschaftskrankenhaus Havelhöhe werden moderne Diagnostik und schulmedizinische Akutmedizin um viele Therapieangebote erweitert. Die Misteltherapie etwa stärkt das Immunsystem. Die Heileurythmie wie auch die Kunst- und Musiktherapie, die Rhythmische Massage sprechen sämtliche Sinne an. Die Diagnose „Brustkrebs“, so heftig sie auch jede Frau erschüttert, bedeutet keinesfalls Hoffnungslosigkeit, betont Cornelia Herbstreit. „Es gibt medizinisch begründete Hoffnung. Wir können mit unterstützenden Maßnahmen in der Krebsmedizin viele Nebenwirkungen erträglich machen. Etwa das so genannte Fatigue-Synerhaldrom, diese starke Erschöpfung, die bis weit nach der akuten Behandlung spürbar ist.“


„Wir begleiten dabei, das Selbstvertrauen wiederzufinden. Wir bauen eine Brücke ins Leben.“


Cornelia Herbstreit betont, dass die anthroposophische Herangehensweise im Kern ein integrativ onkologisches Konzept ist und als Erweiterung des schulmedizinisches Ansatzes zu verstehen ist. Sie ist weit über die Grenzen Berlins und Brandenburgs hinaus gefragt. Patientinnen kommen aus allen Regionen Deutschlands. In den vergangenen Jahren verstärkt auch deutlich jüngere Frauen. „Wer im Alter von 20, 21 Jahren an Brustkrebs erkrankt, hat andere Themen als etwa eine Frau in der Lebensmitte“, so Dr. Herbstreit. „Selbstverständlich machen wir auch für diese Gruppe, in der zum Beispiel der Kinderwunsch eine maßgebliche Rolle spielt, entsprechende Angebote. Wir begleiten die Patientinnen dabei, ihr Vertrauen in sich selbst wiederzufinden. Wir bauen die Brücke ins Leben.“

Gemeinschaftskrankenhaus Havelhöhe gGmbH
Klinik für Anthroposophische Medizin

Der Mensch im Mittelpunkt Image 1
Kladower Damm 221
14089 Berlin
Tel. (030) 36501 - 398
Fax (030) 365 01 - 403
brustzentrum@havelhoehe.de
www.havelhoehe.de

Behandlungschwerpunkte
■ invasives und inflammatorisches Mammakarzinom
■ DCIS (Krebsvorstufen) und LIN (Frühformen des Brustkrebs)
■ Paget-Karzinom und Phylloides Tumor (seltene Tumoren der Brust)
■ gutartige Geschwülste und Zysten der Brust
■ Milchgangs-Papillome
■ auffällige Lymphknoten der Achselhöhle

Gesetzliche Krankenkassen
Private Krankenversicherung
Selbstzahler

Diagnostik und Therapiespektrum
■ Diagnostik mit Brustultraschall, Mammographie sowie Diagnosesicherung durch ultraschallgesteuerte Stanzbiopsie und Vakuumbiopsie
■ Durchführung krebsspezifischer Therapien in enger Kooperation mit dem onkologischen Zentrum im Haus (Chemotherapie, Antikörper- oder Immuntherapie) sowie in Zusammenarbeit mit Supportiv-Medizin, Strahlentherapie, Chirurgie und anderen Fachdisziplinen nach Bedarf
■ moderne Diagnose- und Therapieverfahren zur Schmerz- und Beschwerdelinderung
■ interdisziplinäre Tumorkonferenz
■ Misteltherapie
■ naturheilkundliche und anthroposophische Arzneimittel
■ Hyperthermie
■ Kunst- und Musiktherapie
■ Heileurythmie
■ Rhythmische Massage und Lymphdrainage
■ Anthroposophische Pflegeanwendungen wie rhythmische Einreibungen, Auflagen und Wickel-Physiotherapie
■ Psychoonkologische Gesprächsangebote
■ Ernährungsberatung
■ Sozialberatung
■ Seelsorge
■ Ambulante Krebs-Patienten-Seminare „Brücke ins Leben”
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