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Themenwelten Berliner Morgenpost
Abitur 2019

Berliner Autor Max Müller interviewte vier Abiturienten

Unser Autor Max Müller hat mit vier Abiturienten gesprochen, die hier stellvertretend für alle Berliner Abiturienten zu Wort kommen. Sie erzählen von ihren Träumen und der Schulzeit, wissen genau, was sie wollen, und gönnen sich vorher eine kleine Auszeit. Viel Glück beim Umsetzen eurer Träume!

FOTO: PRIVAT

Zuversichtlich: Sebastian Meurers

Bodenständig: Antonia Zander
FOTO: MANDY NIEMANN
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„Eigentlich war es gar nicht so schlimm“, resümiert Antonia Zander, nachdem sie den Großteil ihrer Prüfungen geschrieben hat. Nur im Fach Darstellendes Spiel, in dem sie gemeinsam mit drei Freunden für die Präsentation eine Theateraufführung einstudiert hatte, lief alles schief. „Es gab enorme technische Probleme.“ Zum Glück merkten ihre Lehrer schnell, dass es nicht an den Schülerinnen lag und bewerteten deshalb nur das szenische Spiel. Bei unserem Gespräch hat die 17-Jährige zwar noch mit dem mündlichen Biologie-Examen eine lernintensive Prüfung vor sich, schaut aber dennoch zuversichtlich in die Zukunft. „Nach den Prüfungen stehen erst einmal der Abiball und die anschließende Fahrt ins spanische Calella an“, sagt sie. Im Juli löst sie dann das Abschlussgeschenk ihrer Eltern ein: Für einen Monat geht es nach Miami. „Dort werde ich tagsüber einen Sprachkurs besuchen, es bleibt aber sicher auch viel Zeit, um shoppen zu gehen, die Stadt zu erkunden oder einen Ausflug auf die Bahamas zu machen“, kündigt sie an. Zurück in Deutschland wird Antonia Zander ab September einen bodenständigen Beruf erlernen. „Im September beginne ich eine Ausbildung zur Industriekauffrau. Mein Bruder hat diesen Beruf ebenfalls erlernt. Wir können uns gut vorstellen, eines Tages zusammen eine Firma zu gründen.“

Zielstrebig: Jessica Schubert
FOTO: PRIVAT
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Für Jessica Schubert lief alles rund. „Ich hatte das Gefühl, dass wir sehr gut auf die Prüfungen vorbereitet wurden“, sagt die Schülerin des Archenhold-Gymnasiums in Niederschöneweide. Stressig war die Klausurphase dennoch, „allein weil der Zeitplan so eng gestrickt war“. Dennoch ist die 18-Jährige guter Dinge. Selbst die umstrittene Mathematikprüfung, die sie schriftlich ablegte, empfand sie als machbar, „wenn man sich gut vorbereitet hat“. Nun genießt sie die freie Zeit, trifft sich mit Freunden und genießt den Frühsommer in der Natur. Im Herbst plant sie, ein Studium aufzunehmen. Bereits in der Schule gehörte Chemie zu ihren Lieblingsfächern, später belegte sie es im Leistungskurs. „Nun hoffe ich, einen Studienplatz in Berlin zu bekommen“, sagt Jessica Schubert. Dass sie in der Hauptstadt bleibt, liegt nicht nur an Familie und Freunden, die sie hier hat, sondern auch an den Hochschulen. „Wir hatten während der Schulzeit Workshops, in denen wir die Universitäten und Studiengänge kennengelernt haben. Hoffentlich klappt es.“

Rechtschaffen: Marvin Kalmbach
FOTO: PRIVAT
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Bereits im Herbst 2017 begann Marvin Kalmbach, sich Gedanken über das Abitur zu machen. „Anstelle einer Präsentation habe ich mich für eine sogenannte Besondere Lernleistung, also eine BLL entschieden, und einen Wettbewerbsbeitrag vorbereitet“, sagt er. Der 17-Jährige musste nicht nur deutlich früher starten als seine Mitschüler, auch sein Abgabetermin war eher angesetzt, bereits Anfang Januar. Für ihn kein Problem. Seine 15-minütige Dokumentation über den „Aufbau der Justizsysteme in Deutschland nach dem 2. Weltkrieg“ wurde pünktlich fertig. „Schon irre, dass man sich monatelang mit einem Thema auseinandersetzt und am Ende die Ergebnisse in sieben Minuten zusammenfassen muss“, sagt er. Auch wenn ihn das Filmen reizt und er ohnehin einen Hang zu Medien hat – auch am „Abibuch“ wirkte er mit – schlägt sein Herz doch für die Juristerei. „Ursprünglich wollte ich in den USA studieren. Doch da ich deutsches Recht mittlerweile favorisiere, wird es wohl eine deutsche Stadt.“ Dabei muss es nicht unbedingt Berlin sein. „Ich kann mir gut vorstellen, in einer kleinen Universitätsstadt zu leben und sie zusammen mit meinen künftigen Kommilitonen unsicher zu machen.“
                      
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